Milliarden für Syriens Wiederaufbau: Ein Trump-Golfplatz gehört dazu

Politik

Vor seiner Zerstörung war der Basar von Aleppo einer der größten und schönsten der islamischen Welt. Jetzt, eineinhalb Jahre nach Ende des Bürgerkrieges in Syrien, werden die Steintrümmer beseitigt und Stützpfeiler hochgezogen – als sichtbares Zeichen des Wiederaufbaus wird der weltberühmte Souk, einst UNESCO-Weltkulturerbestätte, von Grund auf neu errichtet.

Auf rund 216 Milliarden Dollar schätzt die Weltbank die Kosten für den Wiederaufbau in Syrien. 15 Jahre Bürgerkrieg haben ganze Städte in Trümmerfelder verwandelt – die gesamte Wirtschaftsleistung Syriens liegt derzeit bei nur noch rund 20 Milliarden Dollar – bei nur einem Zehntel dessen, was das kriegszerstörte Land an Mitteln benötigen würde. Die ersten größeren Investitionen aber können nun fließen, nachdem die USA diese Woche die bisher größte Hürde beseitigt haben: Washington hat Syrien nach 46 Jahren von der Liste der Terrorstaaten gestrichen.

Damit fallen endgültig die letzten Sanktionen, vor allem aber sind wieder Wege und Möglichkeiten für Banken offen, Syrien kann sich nach Jahrzehnten wieder in den internationalen Zahlungsverkehr einreihen.

Zum Dank einen Golfplatz

„Heute streift Syrien einen dunklen Schandfleck ab und reißt ein schmerzhaftes Kapitel seiner Vergangenheit heraus“, sagte ein sichtlich erleichterter syrischer Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa.

Er sprach US-Präsident Donald Trump und „allen freundlichen und unterstützenden Staaten“ seinen Dank aus. Dieser Dank soll sich offenbar auch in Form eines nach Trump benannten, geplanten Golfplatzes an der syrischen Küste zeigen.

Lukrative Vorverträge

Vor allem aber dürfte zunächst ein mit Trump-Schwiegersohn Jared Kushner befreundetes syrisches Brüderpaar beim Wiederaufbau zum Zug kommen. Moutaz und Ramez Al-Khayyat, die beide seit Langem in Katar leben, zählen zu den reichsten Menschen im Golfraum und sollen sich in Syrien bereits Vorverträge in der Höhe von 12 Milliarden Dollar gesichert haben. Die Brüder zogen 2011 von Syrien nach Katar, als die syrische Revolution ausbrach. Erst im Dezember 2024 endete die mehr als ein halbes Jahrhundert währende Diktatur der Assad-Familie.

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Mit der Flucht Baschar al-Assads nach Moskau stürzte das Schreckensregime, an die 100 Milliarden Dollar soll der letzte Assad-Präsident auf ausländischen Konten gebunkert haben – für den Wiederaufbau Syriens aber sind sie unerreichbar.

Auch die EU hat ihre Sanktionen schon im Vorjahr gelockert, große Investitionen flossen bisher – auch wegen der bis vor wenigen Tagen noch von US-Seite bestehenden Restriktionen – aber nicht. Eine gewisse Skepsis besteht nach wie vor auch gegen Übergangspräsident Al-Sharaa:

Der ehemalige Dschihadist

Der ehemalige Islamisten-Kämpfer hatte sich als Kommandeur der Al-Qaida-nahen Nusra-Front vor zehn Jahren vom dschihadistischen Netzwerk losgesagt und die ebenfalls islamistische Rebellenkoalition HTS angeführt, die schließlich Assad stürzte. Am Dienstag hat Washington auch die HTS von der Terrorliste gestrichen.

Für österreichische Unternehmen sei Syrien „besonders in den Sektoren Energie, Wasserwirtschaft und Infrastruktur wieder ein möglicher Markt“, heißt es von Seiten der Wirtschaftskammer. Ähnliches gelte auch in den Bereichen Gesundheit, Medizintechnik und Pharma.

Österreichische Unterstützung beim Wiederaufbau in Syrien forderte vor zwei Wochen auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ein. Beim Besuch von Christian Stocker in Ankara drängte Erdogan, der sich als Schutzherr der neuen syrischen Führung sieht, den Bundeskanzler.

Im Zuge der Suche nach stabileren Verhältnissen im Land wurde diese Woche noch ein weiterer Schritt gesetzt: Die kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) haben ihre Eingliederung …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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