Lehrlinge: Initiative fordert für ausbildende Betriebe Ablöse wie im Fußball

Wirtschaft

Während die Sommerferien für die Schulen noch eine bzw. zwei Wochen laufen, startet für Lehrlinge bereits jetzt eine aufregende Zeit. Denn am 1. September beginnen die meisten Lehrberufe mit der Ausbildung. „Der September ist nach wie vor der klassische Startmonat für die Lehre, einfach weil zu diesem Zeitpunkt die größte Gruppe an Jugendlichen nach dem Ende der Schulpflicht zur Verfügung steht“, erklärt Monika Sandberger, Geschäftsführerin der Lehrlingsinitiative z.l.ö. – zukunft.lehre.österreich. Sie ergänzt, dass rechtlich eine Lehre aber keineswegs im September beginnen müsse – ein Einstieg ist auch während des Jahres möglich. Wie Lehrlinge und Lehrbetriebe in die neue Saison starten und welche Themen sie beschäftigen, hat Sandberger zusammengefasst.

Wie viele Lehrlinge gibt es aktuell?

Mit Stichtag 31. Dezember 2025 gab es 102.878 Lehrlinge in Österreich. Die Zahl se rückläufig, analysiert die z.l.ö.-Geschäftsführerin. Es wäre der niedrigste Stand seit 50 Jahren. Auch die Zahl der Ausbildungsbetriebe sei weiter zurückgegangen. „Das muss uns wirklich zu denken geben“, so Sandberger.

Welche Gründe es für diese Entwicklung gibt? U. a. die wirtschaftlich angespannte Situation in vielen Betrieben. „Ausbildung kostet Zeit, Geld und vor allem sehr viel persönliches Engagement.“ Zusätzlich würden einige Betriebe berichten, schulische Defizite ihrer Lehrlinge auffangen zu müssen – etwa bei Deutsch, Mathematik oder sozialen Kompetenzen. Das erhöhe den Aufwand deutlich.

Wie motiviert man ausbildende Betriebe?

Sandberger spricht sich gegen Pönalen für Betriebe aus, die keinen Nachwuchs ausbilden. „Wir brauchen mehr Ausbildungsbetriebe – aber wir werden sie nicht gewinnen, indem wir jene bestrafen, die heute nicht ausbilden.“ Statt einer Abgabe fordert sie bessere Rahmenbedingungen und echte Anreize für Betriebe. Außerdem brauche es eine Diskussion darüber, wie Lehrbetriebe geschützt werden können, wenn ihnen fertig ausgebildete Fachkräfte direkt nach Abschluss abgeworben werden. „Eine Art Ausbildungsablöse, wie wir sie aus dem Fußball kennen, wäre hier aus unserer Sicht der deutlich sinnvollere Ansatz.“

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Wie ist das Image der Lehre aktuell?

Beim Image gibt es weiterhin Aufholbedarf. Eltern wären häufig noch der Annahme, dass der rein schulische Weg der bessere sei. Jedoch gebe es nicht den einen Abschluss, der automatisch bessere Chancen am Arbeitsmarkt sichere.

„Wir bilden noch immer zu oft an den Talenten junger Menschen und teilweise auch am tatsächlichen Bedarf des Arbeitsmarktes vorbei aus“, sagt dazu die Expertin. Die Lehre biete hervorragende Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten und müsse daher in der Bildungsentscheidung genauso selbstverständlich berücksichtigt werden wie eine weiterführende Schule oder ein Studium.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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