Ex-Siemens-Chef Hesoun steigt bei Silvia Grünberger aus

Wirtschaft

Die beiden streuten einander freudig Rosen. Er sei immer schon voller Begeisterung Netzwerker und Brückenbauer gewesen, „eine enorm spannende Aufgabe für einen neuen Lebensabschnitt“, erklärte Wolfgang Hesoun, zuvor Chef von Siemens Österreich. Mit Hesoun als langjährigem, erfolgreichen und anerkannten CEO „konnten wir einen hervorragenden Partner gewinnen“, freute sich Silvia Grünberger, Chefin der PR-Agentur Grünberger & Partner. Hesoun werde seine Expertise im neuen Geschäftsfeld CEO-Positioning und Leadership einbringen.

Hesoun stieg im Juni 2023 mit seiner Beteiligungsgesellschaft MCCG als 5-Prozent-Partner ein. Die gemeinsame Freude dauerte allerdings nicht sehr lange. Wie man hört, will Hesoun wieder aussteigen. Der Grund: Die beiden Partner dürften sich auseinander gelebt haben. Derzeit laufen die Ausstiegsverhandlungen um den Anteil von Hesoun. Beide Seiten, wird von Insidern kolportiert, wollen die Trennung einvernehmlich und ohne Rosenkrieg auflösen.

Die Kooperationsvereinbarung dürfte schon beendet sein. Von der Homepage der Agentur ist Hesoun in Bild und Text bereits verschwunden. Weder Grünberger noch Hesoun wollten gegenüber dem KURIER einen Kommentar abgeben.

Die von PR-Altmeister Wolfgang Rosam gegründete Agentur gehört zu den führenden heimischen Anbietern. Im Vorjahr kaufte Grünberger Rosam seine letzten 19 Prozent ab und hält heute 70 Prozent. Vielarbeiterin Grünberger, einst Vorsitzende der Jungen ÖVP, ist die wohl bekannteste Agentur-Chefin des Landes. Zum sommerlichen Firmenfest tanzten mehr als 300 Gäste an. Darunter von Bundeskanzler Christian Stocker abwärts die halbe Regierung. Da war Hesoun nicht mehr dabei.

Seine Agentur-Beteiligung diente der Noch-ÖBAG-Chefin Edith Hlawati als Vorwand, Hesoun im März als Aufsichtsratspräsident der teilstaatlichen Casinos Austria nach sechs Jahren nicht mehr zu verlängern. Die Agentur hatte die Casinos als Kunde, das sei unvereinbar, ließ Hlawati verbreiten.

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Tiefe Antipathie

Hesoun hatte das Rennen um den Alleinvorstand der Staatsholding gegen Hlawati einst verloren, die ihm seine Bewerbung bis heute nachträgt, wie man aus der ÖBAG hört. Der Grund für den Abgang aus den Casinos dürfte jedoch ein ganz anderer gewesen sein. Er hatte sich seine Agentur-Beteiligung ohnehin vom Aufsichtsrat absegnen lassen.

Die mehrheitlich zur ÖBAG gehörende Post wollte mit Brightstar in ein Konsortium für die neue Lotterien-Lizenz gehen. Die Lotterien sind die Cashcow der Casinos. Hesoun schlug Alarm, es gehe nicht an, dass eine Beteiligung der ÖBAG gegen eine andere agiere. Hlawati musste auf Anordnung von VP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer die Post zurückpfeifen. Und Hesoun kam mit seinem Rücktritt bei den Casinos der Aussendung der ÖBAG über seine Nicht-Verlängerung um eine Minute zuvor.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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