
Laut einer von der KPÖ Salzburg beauftragten Umfrage haben über 50 Prozent der Salzburger noch nie die Festspiele besucht. Die Hälfte nannte hohe Ticketpreise als Grund. Die Umfrage offenbarte Unterschiede bei Einkommen, Bildung und Wohnort. Kay-Michael Dankl, KPÖ-Sprecher und Salzburger Vizebürgermeister, forderte in einer Aussendung am Sonntag eine Diskussion über eine Verbesserung der Teilhabe am Kulturangebot, vor allem für Menschen mit niedrigem Einkommen.
Durchgeführt wurde die Umfrage laut KPÖ im Juli vom Linzer Marktforschungsinstitut Spectra, befragt wurden 500 Über-18-Jährige im Bundesland Salzburg. 53 Prozent gaben dabei an, noch nie eine Vorstellung der Salzburger Festspiele gesehen zu haben, 18 Prozent waren zumindest einmal dort, 24 Prozent besuchten regelmäßig Veranstaltungen. Vier Prozent waren jedes Jahr dabei. Die Schwankungsbreite belaufe sich auf 4,4 Prozent.
Hohe Kartenpreise als häufigster Grund
Wer angab, noch nie bei dem Festival gewesen zu sein, wurde nach den Gründen befragt: Für die Hälfte waren teure Kartenpreise ausschlaggebend. 30 Prozent hatten kein Interesse, 25 Prozent fühlten sich vom Programm nicht angesprochen. 23 Prozent gaben an, sie würden sich bei den Festspielen nicht wohlfühlen.
Unterschiede bei Einkommen, Bildung, Wohnort
Es zeigten sich zudem Unterschiede bei Einkommen, Bildung und Wohnort: Von den Befragten mit einem Haushaltseinkommen bis 2.500 Euro waren 62 Prozent noch nie bei einer Aufführung, bei jenen mit einem Haushaltseinkommen mit über 4.000 Euro waren es 45 Prozent. Von den Teilnehmenden ohne Matura zählten sich 60 Prozent zu den Nicht-Besuchern, bei jenen mit Matura waren es nur 38 Prozent. 67 Prozent der Befragten aus der Stadt Salzburg waren zumindest einmal bei den Festspielen, bei Personen aus kleinen oder mittelgroßen Orten war das nur zu 34 bzw. 38 Prozent der Fall.
Die KPÖ kritisiert seit Jahren den Umgang von Stadt und Land mit ungenutzten Freikartenkontingenten, die weiterverkauft würden, statt diese Salzburgern zugute kommen zu lassen. In der Stadt gebe es hier inzwischen erste Verbesserungen. „Unsere Umfrage war ein erster Anstoß“, so der KPÖ-Sprecher. Dankl forderte eine Analyse der Schieflagen bei Einkommen, Wohnort und Bildung sowie der Frage, welche Rolle „Trubel und das Schicki-Micki“ spielten. Das Programm der Festspiele sei hochwertig, komme aber bei einer Mehrheit nicht an.
Festspiele reagieren
In einer Reaktion gegenüber der APA hob das Direktorium der Salzburger Festspiele hervor, dass 28 Prozent aller Festspielkarten in diesem Sommer „von Käufer·innen aus Stadt und Land Salzburg erworben“ wurden. „Das entspricht mehr als 73.100 Karten und zeigt, wie stark die Festspiele auch von der Salzburger Bevölkerung angenommen werden. Darüber hinaus sind viele Angebote der Salzburger Festspiele kostenlos zugänglich. Insgesamt erleben jährlich über 70.000 Besucher·innen Veranstaltungen bei freiem Eintritt.“
„Die Hälfte aller Festspielkarten kostet zwischen 10 und 120 Euro. Darüber hinaus beteiligen sich die Salzburger Festspiele an den Aktionen ‚Hunger auf Kunst und Kultur‘ sowie – in Kooperation mit der Stadt Salzburg – an der Aktiv:Karte. Besitzer·innen eines Kulturpasses beziehungsweise einer Aktiv:Karte erhalten dadurch die Möglichkeit, ausgewählte Generalproben kostenlos zu besuchen“, so das Festspiel-Direktorium weiter. „Hinzu kommt ein umfassendes Angebot für junge Besucher·innen unter 27 Jahren. Dieses Jahr wurden 7.600 Tickets mit Jugendreduktionen bis zu 90 Prozent verkauft.“
Einmal mehr verwiesen die Festspiele auch auf ihre Bedeutung als „einer der größten Arbeitgeber …read more
Source:: Kurier.at – Kultur



