Drohnenattacke in Leipzig: Tatverdächtige mit Verbindung zu Russland

Politik

In Zusammenhang mit dem vereitelten Anschlag auf eine ukrainische Transportmaschine am Flughafen Leipzig/Halle sollen Ermittler zwei Tatverdächtige identifiziert haben. Das geht aus Recherchen von Süddeutscher Zeitung (SZ), NDR und WDR hervor. Der deutsche Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte, die Bundesregierung sehe Russland für den Anschlag vom 4. August in der Verantwortung.

Dobrindt sagte auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend, der Anschlagsversuch sei professionell, mit einem „hohen Maße an technischer Expertise und erheblichem organisatorischem Aufwand“ geplant und durchgeführt worden. In der versuchten Drohnen-Attacke von Anfang August erkenne man das „bekannte Muster hybrider russischer Operationen in Europa“.

Tatverdächtige mit Verbindung zu Russland

Die bisherigen Erkenntnisse wiesen laut Dobrindt „auf beteiligte Personen hin, die im Auftrag russischer staatlicher Stellen gehandelt haben“. Er sprach von „Low-Level-Agenten“. Namen nannte der Minister nicht und verwies darauf, die Ermittlungen dauerten an und verlangten ein „Höchstmaß an Informationsschutz“. Am Dienstagabend meldete die Zeit, der Generalbundesanwalt ermittle gegen zwei Beschuldigte.

Nach Recherchen von SZ, NDR und WDR handelt es sich bei einem Verdächtigen um einen gebürtigen Russen mit lettischem Pass. Er soll als Logistiker und Instrukteur des geplanten Anschlags gelten und über Verbindungen zum russischen Geheimdienst verfügen. Demnach reiste er Ende Juli über den Berliner Flughafen BER nach Deutschland ein, soll anschließend mit einem Mietwagen Richtung Leipzig unterwegs gewesen sein und zwei Tage vor dem gescheiterten Drohnenangriff wieder über den BER ausgereist sein.

Mit italienischem Touristenvisum eingereist

Zu einem zweiten Verdächtigen führten laut den Recherchen DNA-Spuren, die am Tatort gesichert wurden. Gen-Rückstände seien an einer der Drohnen, an der Innenseite einer mit Sprengstoff gefüllten Konservendose sowie an einer Antenne gefunden worden, die in der Nähe des Flughafens an einem Baum befestigt gewesen sein soll. Diese soll Signale für per Mobilfunk gesteuerte Drohnen verstärkt haben. Ein Abgleich mit europäischen Datenbanken habe Treffer in Litauen und Finnland ergeben. Der zweite Verdächtige sei ein aktenkundiger Mann aus Belarus, der auch einen russischen Pass besitzt und nach Angaben aus Behördenkreisen bereits in verschiedenen Ländern wegen anderer Straftaten aufgefallen sei.

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Laut Berichten von SZ, NDR und WDR soll dieser Mann mit einem italienischen Touristenvisum eingereist sein. Das Dokument sei nach Behördenerkenntnissen Ende April an einer italienischen Auslandsvertretung in Minsk ausgestellt worden. Die Ermittler hätten seine Ein- und Ausreise nach Deutschland rekonstruieren können.

Mehr Drohnen als bisher bekannt

Zudem sollen Experten des Bundeskriminalamts (BKA) laut SZ davon ausgehen, dass bei dem gescheiterten Anschlag am 4. August mehr Drohnen eingesetzt worden sein könnten als bisher bekannt. Demnach wurden drei Geräte ganz oder in Teilen gefunden.

Moskau weist eine Verantwortung zurück. In einer Mitteilung der russischen Botschaft in Berlin hieß es, der Vorfall sei eine „hastig zusammengezimmerte Provokation“. Man sei „besorgt über eine neue Welle antirussischer Hysterie in Deutschland“.

Schon früher hat Russland seine Beteiligung und Verantwortung an Anschlägen und Sabotageakten geleugnet. Etwa bei dem Mord an einem Georgier im Kleinen Tiergarten in Berlin im August 2019. Dabei wurde ein russischer Auftragsmörder festgenommen und später zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mann sei 2024 im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freigekommen und in Moskau vom russischen Präsidenten Wladimir Putin persönlich empfangen und umarmt worden.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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