
„Eine Stunde vor dem Spiel habe ich ein bisschen geschlafen“, sagte Modesta Uka. Die Schlagzeilen waren ihr sicher. Nicht wegen der Aussage, sondern wegen ihrer drei Tore beim 4:0 gegen Brann Bergen, die für die Wiener Austria die Teilnahme an der Ligaphase der Champions League bedeuteten.
„Schlafen. Das hilft immer.“ Auch am nächsten Tag hat Modesta Uka eine lange Bettruhe eingelegt. Obwohl der Erfolg vom Dienstag nicht mit einer großen Party gefeiert wurde, schlief Uka bis in die Mittagsstunden. „Nach einem Sieg braucht man einfach Schlaf“, findet sie.
Austria-Coach Stefan Kenesei weiß, was er an der 27-Jährigen hat. „Sie stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft, hat eine überragende Technik mit dem linken Fuß und körperliche Power“, diagnostiziert er. „Sie ist ein toller Teamplayer“, sagt Kapitänin Carina Wenninger. „Eine Spielerin, wegen der Leute gern ins Stadion kommen.“ Am Dienstag habe man gesehen, dass sie auch auf höchster Ebene den Unterschied machen kann. Die Kapitänin attestiert ihr einen „brutal guten Abschluss, speziell mit dem linken Fuß“. „Sie kann eine Unterschiedspielerin sein, vor allem in solchen Partien“, sagt Kenesei. „Deshalb wollten wir sie auch unbedingt haben.“
Uka kam im Sommer 2025 von Sturm Graz zur Austria. Die „körperliche Power“ habe sie vor allem in Wien aufgebaut, so der Coach. Mit 14 kam die in einem kleinen Dorf im Kosovo geborene Uka nach Österreich. In der Heimat hatte sie „im Garten oder auf der Straße“ Fußball gespielt. Zum Verein kam sie erst in der Steiermark.
Neben ihren Skills am Platz sagen der Kosovarin sowohl Trainer als auch Mitspielerinnen ein „großes Herz“ nach. „Modi hat man einfach sehr gern in der Mannschaft“, sagt Wenninger. Sie verbreite gute Laune und gute Stimmung in der Mannschaft. „Sie belebt die Kabine“, sagt Kenesei wertschätzend.
Schickt aber nach, dass Uka durchaus ein „Freigeist“ ist. „Das kann für einen Trainer fordernd sein.“ Ins Detail geht er nicht, schickt aber nach: „Man kann sie nicht in ein Korsett schnüren, muss sie einfach Spielen lassen. Sie genießt unser Vertrauen und zahlt es uns mit ihrer Leistung zurück.“ Sie müsse sich frei fühlen, um gut spielen zu können, sagt Uka. Und in der aktuellen Austria-Mannschaft, sei das eine einfache Sache.
Ligaphase mit Austria
Gegen wen die Wiener Austria in der Ligaphase der Women’s Champions League spielen wird, steht am kommenden Freitag fest. Wenn sie sich einen Gegner wünschen dürfte, wäre das Real Madrid, sagt Uka, die sich als Cristiano-Ronaldo-Fan offenbart. „Er ist der Größte!“
Die Auslosung ist für 4. September, 12 Uhr, angesetzt. Unter den 18 Gegnern warten Teams wie der FC Arsenal, Bayern München, Titelverteidiger Barcelona oder Manchester City.
Stefan Kenesei wünscht sich „sechs coole Spiele, in denen wir gefordert sind und bei denen viele Fans ins Stadion kommen wollen“. Die Austria will sich „teuer verkaufen, Ergebnisse liefern und Punkte sammeln“. Der Olympische Gedanke zähle für ihn hier nicht.
Der erste Spieltag ist für 22./23. September angesetzt.
Source:: Kurier.at – Sport



