50 Jahre „Biene Maja“: „In einem unbekannten Land…“

Kultur

Was ist klein, schwarz-gelb gestreift, ein bisschen frech, stets mutig und abenteuerlustig und hat schon mehrere Generationen von Kindern und Eltern begeistert? Natürlich die Biene Maja. Vor 50 Jahren (am 9. September 1976) war sie das erste Mal als Zeichentrickfigur im deutschen Fernsehen zu sehen, in Österreich zehn Tage später. Die Titelmelodie ist unvergesslich.

In der deutsch-österreichisch-japanischen Koproduktion besteht Maja gemeinsam mit ihrem gemütlich veranlagten Kumpel Willi in rund 100 Folgen viele Abenteuer. Sie rettet Grashüpfer Flip aus einer fleischfressenden Pflanze, gerät ins Netz von Spinne Thekla oder hilft dem Tausendfüßler Hironimus aus der Patsche. Die Biene hat keine Scheu vor der Welt. Ihrem Kumpel Willi, dem Eberhard Storeck (1933-2015) die legendäre näselnde Stimme verlieh, sagt sie oft, wo’s lang geht.

In der Folge „Maja und die Heuschrecke“ gibt Willi etwa ängstlich zu bedenken: „Man wagt sich nicht an was ran, was man nicht kennt.“ Das lässt Maja nicht gelten. „Dann bleib eben hier, wenn du zu feige bist.“ Als sie sich ohne ihn aufmacht, nimmt sich Willi ein Herz. „Nein, nein, nein. Warte auf mich. Alleine lasse ich Dich da nicht hinfliegen.“

Erstausstrahlung in Japan

Zunächst wurden 52 Folgen der Serie gezeigt, 1979 und 1980 kamen je 26 neue Folgen hinzu. Wiederholungen gab es immer wieder. Die Erstausstrahlung der Serie fand ab April 1975 beim Sender TV Asahi in Japan statt.

Als die Fernsehserie in Österreich startete, war die neugierige Biene Maja schon 64 Jahre alt: Der Autor Waldemar Bonsels (1880-1952) schrieb 1912 das Buch „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“. Willi tauchte darin allerdings nicht auf. Bonsels gehört zum historisch nicht kleinen Kreis judenfeindlicher Künstler. Während der Herrschaft der Nationalsozialisten etwa schrieb er antisemitische Artikel und diente sich in opportunistischer Haltung dem Regime an.

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Geburtsstunde für TV-Maja in einem Taxi

Die Zeichentrickserie geht auf Josef Göhlen (1931-2026) zurück, den langjährigen Leiter des ZDF-Kinder- und Jugendprogramms. Er hatte schon den Anstoß für „Wickie und die starken Männer“ als Anime-Serie gegeben. Die Geburtsstunde für die TV-Maja soll 1974 in einem Taxi in München gewesen sein: Göhlen und sein Kollege Herbert Hauk vom ORF suchten eine „Wickie“-Nachfolgeserie und konnten Bonsels Witwe überzeugen, dass Maja als Trickserie gut funktionieren würde.

Der Cartoonist Marty Murphy (1933-2009) und sein Team entwickelten in Los Angeles die Drehbücher, in Japan (bei Nippon Animation in Tama bei Tokio) wurde gezeichnet. Die Serie sei anfangs oft als Kitsch kritisiert worden, erzählte Göhlen einmal der Nachrichtenagentur dpa. „Damals musste man die Kinder im Fernsehen erziehen, das wollte ich partout nicht. Ich wollte sie unterhalten in einem guten Sinne.“ Göhlen sagte auch: „Die Figur ist nicht nur lieb und nett, sondern hat viele Attitüden, die auch Pippi Langstrumpf hat.“

Karol Gott sah Titelsong-Erfolg nicht voraus

Die Serie ist kaum vorstellbar ohne den Titelsong, den Karel Gott mit seinem metallisch klaren und zugleich strahlend warmen Tenor unverwechselbar intonierte. „In einem unbekannten Land, vor gar nicht allzu langer Zeit, war eine Biene sehr bekannt, von der sprach alles weit und breit.“ Der tschechische Sänger sah den Erfolg des Evergreens nicht voraus.

Zur Interpretation des Liedes durch Gott soll es eher zufällig gekommen sein. …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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