
Sie kann einstecken, das beweist sie schon als Teenager in einer Kleinstadt in West Virginia. Dort fällt die Bergmannstochter Christy Salters nicht nur durch ihre rebellische Art, sondern auch aufgrund ihrer sexuellen Präferenz auf. Sie ist unzertrennlich mit Freundin Rosie, wird dafür gemobbt und muss sich als „Scheißlesbe“ beschimpfen lassen.
Ihre Eltern im Provinzkaff sind sichtlich erleichtert, als ein Boxpromoter auf Christy aufmerksam wird und ihr einen Trainer weit weg von daheim verschafft. Der heißt Jim Martin und ist ein brutaler, gnadenloser Typ. Er formt Christy, macht sie zum Champion, verbringt (zu) viel Zeit mit ihr. Es kommt, wie es kommen muss: Christy wird immer besser, sie wird zur Boxpionierin, zur ersten relevanten Boxerin in den USA. Der Underdog schafft es bis ganz nach oben.
Gewalttätiger Ehemann
Fatalerweise heiratet sie den übergriffigen Jim Martin – eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen. Von da an muss Christy ihre härtesten Kämpfe zu Hause austragen. Während Christy im Ring Champion ist, wird sie daheim von Jim, der selbst gut boxen kann, geschlagen und getreten. Christy muss schließlich um ihr Leben bangen. Sie überlebt einen Messer- und Schussangriff von Jim nur knapp und findet endlich die Kraft, sich von ihm zu lösen.
Das Erstaunlichste bei diesem thematisch spannenden, sich aber endlos dahinziehenden Biopic ist Hauptdarstellerin Sydney Sweeney. Die schnuckelige Cassie aus „Euphoria“, die gerne in sexy Dessous posiert, mutiert hier zur schwitzenden Kampfmaschine, der jede Eitelkeit fremd ist. Fast 15 Kilo legte Sweeney für die Rolle zu und unterzog sich monatelangem Boxtraining.
Hätte man ihr gar nicht zugetraut. Es hat sich, zugegebenermaßen, gelohnt.
INFO: „That’s Why the Lady Is a Champ“. USA 2025. 135 Min. Von David Michôd. Mit Sydney Sweeney.
Source:: Kurier.at – Kultur



