Neun von zehn machen Sommerurlaub: Reiselust trotz Krisen ungebrochen

Wirtschaft

Der Iran-Krieg und die wieder anziehende Inflation haben die Österreicherinnen und Österreicher im Sommer nicht vom Reisen abgehalten. 86 Prozent haben einen Sommerurlaub gebucht, wie eine Umfrage der Marktforscher von Ipsos im Auftrag von Billa Reisen ergab. Der Urlaub im Sommer bleibe Standard, sagte Ipsos-Österreich-Chef Alexander Zeh am Mittwoch bei der Präsentation der Umfrage in Wien. 

Besonders reiselustig sind junge Leute im Alter von 20 bis 29 Jahren und Haushalte mit höheren Einkommen (ab 5.000 Euro). Bei beiden Gruppen steigt die Zahl auf 95 bzw. 93 Prozent. Knapp die Hälfte oder 49 Prozent reisten ins Ausland, 36 Prozent blieben in Österreich und 15 Prozent urlaubten sowohl in Österreich als auch im Ausland. 

Wetter entscheidend

Wo geurlaubt wird, hängt am stärksten 

vom Wetter ab. 41 Prozent gaben an, dass es für die Wahl der Urlaubsdestination ausschlaggebend ist. 
Für 39 Prozent ist es der Preis, 
für 32 Prozent die kurze Anreise. 
Für 28 Prozent ist die Sicherheit am Reiseziel entscheidend. 

Die Sicherheitslage im Gefolge der US-Militärschläge im Iran Ende Februar sei heuer für fast ein Viertel auch der Grund gewesen, mit der Buchung zuzuwarten, sagte Marktforscher Zeh. Fast 70 Prozent buchten ihren Sommerurlaub heuer später als in den Jahren zuvor. Dazu  haben auch die eigene finanzielle Situation (40 Prozent) und die Preisentwicklung (40 Prozent) beigetragen. 

Die meisten Sommerurlaube werden dennoch mehrere Wochen oder Monate im Voraus gebucht. Am häufigsten mit 37 Prozent direkt beim Unterkunftgeber oder der Fluglinie. 33 Prozent buchen bei Online-Reiseplattformen, 11 Prozent online bei Reiseveranstaltern.

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Mehr Geld ausgegeben

Fast jeder Zweite gab für den Sommerurlaub heuer mehr Geld aus als im vergangenen Jahr. Das Gros der Urlauber blieb bis zu zehn Tage am Reiseziel. 

Auch beim Pauschalreisenanbieter Billa Reisen stieg der durchschnittliche Reisepreis um zwei Prozent pro Gast auf 1.130 Euro, sagte Mark Tantz, der seit Juni der Konzernmutter Dertour Austria vorsteht.

Laut Statistik Austria haben sich Pauschalreisen im Juli im Vergleich zum Vormonat um 11,8 Prozent, Flugpauschalreisen sogar um mehr als 16 Prozent verteuert. 

Bulgarien boomt

Die Gäste würden steigenden Preisen weniger durch kürzere Urlaube, als durch die Wahl der Reiseziele entgegenwirken, sagte Tantz. Während etwa Buchungen in die vor dem Iran-Krieg als Boom-Destination geltenden Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) mit Dubai und Abu Dhabi ebenso wie in die USA zurückgingen, verzeichnete Bulgarien Zuwachsraten von 110 Prozent. Auch Ägypten legte mit 36 Prozent stark zu. „Zielgebiete, die ein tolles Preis-Leistungsverhältnis haben“, sagte Tantz.

Griechenland beliebtestes Ziel

Beliebtestes Reiseziel im Sommer bei  Billa Reisen blieb trotz  der auch dort  deutlich steigenden Temperaturen 

Griechenland, vor der 

Türkei, 

Spanien, 

Ägypten und 

Italien. 

40 Grad seien in Wien deutlich schlimmer als in der Türkei, sagte Tantz. Allerdings bemerke man, dass die Urlaubszeiten, so möglich, in den Mai oder Juni oder den Frühherbst verlegt werden. Zuwächse sieht der Dertour-Austria-Chef auch bei Reisen in nordische Länder. Das führt er aber weniger auf den Wunsch zurück, dem Hitzestress in kühlere Gefilde zu entfliehen, als auf den Reiz der Natur in den nordischen Ländern.

Kreuzfahrten und Rundreisen legen zu

Eine deutlich stärkere Nachfrage  verzeichnete der Reiseveranstalter auch bei Kreuzfahrten (46 Prozent), etwa im westlichen Mittelmeer, bei Rundreisen (44 Prozent) und Tagesreisen, wo sich der Absatz fast verdoppelte. 

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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