Angela Merkels Flugzeug wird verkauft – inklusive Luxusausstattung

Politik

Eine VIP-Suite mit Dusche, ein Konferenzraum und eine Lounge: Es handelt sich hier nicht um ein prestigevolles Büro, sondern um das Regierungsflugzeug der ehemaligen deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Flieger trägt den Namen „Theodor Heuss“, getauft nach dem Journalisten und dem ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschlands (FDP, 1949 bis 1959). Die Maschine und ihre Luxusausstattung, die lange wie eine Geheimsache behandelt wurde, sind aktuell für jedermann sichtbar – im Verkaufskatalog von Jetcraft, einem US-amerikanischen Flugzeughändler.

Nach Pannen 2023 verkauft

Die Regierungsmaschine, ein Airbus A340-300 mit der Kennung 16+02, war insgesamt zwölf Jahre lang im aktiven Dienst der deutschen Bundesregierung. Unter Kanzlerin Angela Merkel wurde der Airbus im Jahr 2009 von der Lufthansa gekauft, man ließ ihn dann aufwendig zum VIP-Regierungsjet umbauen.

Nach mehreren Pannen wurde der Flieger 2023 außer Betrieb genommen. Über die Vebeg, eine Treuhandgesellschaft zur Verwertung von Eigentum des Bundes, wurde Theodor Heuss dann an den Meistbietenden verkauft. Und so landete sie schließlich in der Broschüre von Jetcraft.

Luxus in den Wolken

Als VVIP – für „very, very important people“ – ist der Flieger in der Broschüre dargestellt, sei als noch einmal schicker als für „normale“ VIP. Im Katalog auf der Website von Jetcraft wird der Flieger in seiner vollen Pracht gezeigt. Dunkelbraune Holzakzente gepaart mit beige-weißem Leder und hellen Teppichböden. Eine Wand ist mit der „Skyline“ von Berlin verziert. Ein weiteres Highlight: eine großzügige Dusche.

Der schwarz-rot-goldene Streifen schmückt aktuell noch die äußere Optik der Maschine, die Aufschrift „Bundesrepublik Deutschland“ wurde entfernt. Geliefert wird der Flieger mit einer frischen Schicht weißer Farbe. Der Preis des Flugzeugs wird nur auf Anfrage preisgegeben.

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Wie beim Autokauf wird natürlich auf die zurückgelegte Strecke geachtet: 50.710 Flugstunden hat der Flieger in der Luft verbracht und ist danach 8.768 Mal wieder sicher gelandet. Insgesamt bietet die einstige „Theodor Heuss“ Platz für 145 Passagiere, unter anderem für Journalisten, die die Regierung auf ihre Auslandsreisen begleiten.

„Demilitarisiert“

Auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung betonte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, dass bei solchen Verkäufen sichergestellt wird, „dass die veräußerten Gegenstände, wie in diesem Fall die Theodor Heuss, vollständig demilitarisiert sind und somit keine sicherheitsrelevanten Komponenten veräußert werden“. Aus den Bildern ließen sich „keine Rückschlüsse auf sicherheitsrelevante Aspekte unserer neuen Flotte der Flugbereitschaft ziehen“, man könne also nichts über den jetzigen Regierungsflieger herausfinden.

Im Sommer 2024 wurden die alten Regierungsflieger durch drei Airbus-Maschinen ersetzt – einer davon heißt wieder Theodor Heuss.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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