
Mit dieser Insolvenz verschwindet ein Teil der österreichischen Industriegeschichte. Die Alpenländische Schilderfabrik Gebell GmbH mit Sitz in Graz hat beim Landesgericht für ZRS Graz Konkurs angemeldet. Am Donnerstag wurde laut AKV ein Insolvenzverfahren eröffnet. 25 Dienstnehmer sind betroffen.
Bereits 1890 wurde die Schilderfabrik in Graz gegründet. Über Jahrzehnte entwickelte sich das Unternehmen zu einem etablierten Spezialisten für Verkehrszeichen, Leiteinrichtungen und Schilder. Zu den Kunden zählten Gemeinden, Städte und öffentliche Auftraggeber in der gesamten Region. Neben dem Kerngeschäft war die Firma auch in Kunststoffverarbeitung, Metalltechnik und Drucktechnik tätig.
Die Insolvenzursachen
Nach Angaben der Geschäftsführung litt das Unternehmen in den vergangenen beiden Jahren unter massiv rückläufigen Umsätzen. Die Kosten hätten nicht im erforderlichen Ausmaß angepasst werden können. Ein wesentliches Problem war die Kostenstruktur: Ein Großteil der Belegschaft verfügte über lange Betriebszugehörigkeit – mit entsprechend hohen Personalkosten durch Gehaltssteigerungen und Abfertigungsansprüche.
Der Markt für Verkehrszeichen ist hart umkämpft. Große, überregional tätige Anbieter können durch Skaleneffekte günstiger produzieren. Öffentliche Auftraggeber müssen nach dem Bestbieterprinzip vergeben – oft entscheidet der Preis.
Schulden und Vermögen
Die Verbindlichkeiten werden mit rund 1,7 Millionen Euro beziffert. Den größten Anteil machen Bankverbindlichkeiten aus, hinzu kommen Dienstnehmeransprüche. Die Vermögenswerte werden zu Zerschlagungswerten mit rund 1,6 Millionen Euro veranschlagt.
Keine Zukunft
Anders als in anderen Insolvenzfällen gibt es keine Hoffnung auf Rettung. Die Geschäftsführung hat klar gemacht, dass eine Unternehmensfortführung nicht angestrebt wird. Ein Sanierungsplan ist nicht vorgesehen. Das Unternehmen wird liquidiert, die Vermögenswerte werden verwertet. Ob sich ein Investor findet, der Teile des Betriebs übernehmen könnte, ist unklar.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



