US-Notenbank bekämpft Inflation mit Zinserhöhung

Wirtschaft

Die US-Notenbank Fed hat am Mittwoch erstmals seit Sommer 2023 den Leitzins angehoben. Dieser steigt um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Die meisten Experten hatten damit gerechnet. Denn steigende Ölpreise und damit anhaltende Inflationsrisiken sorgen für entsprechenden Druck. 

Für Fed-Chef Kevin Warsh könnte die Entscheidung zu einer politischen Gratwanderung werden. US-Präsident Donald Trump fordert seit Längerem niedrigere Finanzierungskosten und drängt die Notenbank auf eine lockerere Geldpolitik. Eine Zinserhöhung verschärft daher das Spannungsverhältnis zwischen dem Weißen Haus und der unabhängigen Zentralbank weiter.

Für die Straffung der Geldpolitik sprechen mehrere wirtschaftliche Faktoren. Die Inflation in den USA liegt weiterhin über dem Ziel der Fed, während der Arbeitsmarkt vergleichsweise robust bleibt. Gleichzeitig haben die jüngsten Entwicklungen an den Energiemärkten neue Inflationssorgen ausgelöst. Warsh hatte bereits beim Notenbanktreffen in Jackson Hole im vergangenen Monat einen deutlich restriktiven Ton angeschlagen.

Neuer Zyklus?

Für die Finanzmärkte ist allerdings nicht nur die gestrige Entscheidung im Blickpunkt. Viel wichtiger könnte die Frage sein, was danach kommt: Handelt es sich um eine einmalige Zinserhöhung, oder beginnt damit ein neuer Zyklus geldpolitischer Straffungen?

„Da der Preisauftrieb nicht nur an Energie und dem Nahostkonflikt liegt, ist das ein wichtiger Schritt, mit dem sie ihre Glaubwürdigkeit verteidigt“, sagt Michael Heise vom deutschen Vermögensverwalter HQ Trust. „Eine weitere Erhöhung im Oktober oder spätestens Dezember ist wahrscheinlich. Ein längerer Straffungszyklus ist bei einer Normalisierung der Lage an den Energiemärkten aber nicht zu erwarten.“

US-Chefökonom Robert Sockin vom Finanzdienstler PGIM sagt: „Historisch gesehen neigt die Fed nicht dazu, ihre Geldpolitik mit einer einzigen Anhebung oder Senkung anzupassen.“ In der Regel erfolgten weitere Schritte. Anders sieht dies Lena Dräger vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. „Höhere Zinsen senken den Ölpreis nicht.“

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Bereits vor der Fed-Entscheidung standen die US-Anleihemärkte unter Druck. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen überschritt zuletzt die Marke von 5 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit 19 Jahren. Noch höhere Renditen von Staatsanleihen infolge einer Zinserhöhung erhöhen die Finanzierungskosten für die Staatsschulden.

US-Finanzminister Scott Bessent verwies bei einer Anhörung im Kongress auf mehrere Gründe für das gestiegene Renditeniveau. Dazu gehörten unter anderem das hohe US-Haushaltsdefizit. Gleichzeitig verteidigte Bessent die jüngsten Rückkäufe von Staatsanleihen durch das Finanzministerium. Diese hätten dazu beigetragen, den Anstieg der Finanzierungskosten zu begrenzen. Als weiteren Faktor nannte der Finanzminister die Entwicklungen an den globalen Märkten.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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