Mit dem Ruderboot im Meer: „Dafür muss man gemacht sein“

Sport

Nur gut, dass Magdalena Lobnig nicht so schnell seekrank wird. Sonst würde die Kärntnerin in ihrem neuen Sport schnell wieder untertauchen. Turbulent und unruhig wie es zugeht, wenn man sich mit einem kleinen Ruderboot ins große Meer wagt. 

Mit dem beschaulichen Herumschippern im Flachwasser, das die Europameisterin (2016) und Olympiamedaillengewinnerin (2020) vom klassischen Rudern kennt, hat das wenig zu tun. 

„Dafür muss man gemacht sein. Man kann sich nicht einfach so ins Boot reinsetzen und im Meer dahinrudern“, sagt Lobnig.

Nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris ließ die Kärntnerin ihr altes Sportlerleben hinter sich und wechselte zum Küstenrudern. Lobnig folgte dabei dem Lockruf der Sommerspiele 2028 in Los Angeles, wo erstmals Rudermedaillen auch am Meer vergeben werden.

 „Sonst wäre für mich Schluss gewesen. Aber jetzt hat mich die Leidenschaft gepackt. Wir sind das Actionformat.“

Spezielle Boote

Die spätberufene Quereinsteigerin schlug in ihrem neuen Sport gleich hohe Wellen: 2024 wurde Lobnig im Beachsprint Weltmeisterin, ein Jahr später ruderte sie zu EM-Gold, an diesem Wochenende will die 36-Jährige in La Linea de la Concepcion (ESP) ihren EM-Titel verteidigen.

Mit einem herkömmlichen Ruderboot würde man am Meer unweigerlich Schiffbruch erleiden. „Das überlebt die erste Welle nicht“, erklärt Magdalena Lobnig, die heute in einem deutlich kürzeren, breiteren und damit robusteren Boot sitzt. „Damit kommst du dir im Meer ziemlich klein vor.“

Große Herausforderungen

Das Rudern an sich ist ohnehin erst die dritte von vielen Herausforderungen, die in diesem Sport warten: Gestartet wird beim Küstenrudern nämlich mit einem 50-Meter-Sprint durch den tiefen Sand, der den Puls schon weit nach oben schnellen lässt.

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Danach wartet das Einsteigen ins wacklige Boot, ehe Lobnig dann im direkten Duell mit einer Konkurrentin 250 Meter hinaus ins offene Meer rudert.

 „Das Härteste ist die Wende an der Boje, da musst du dann beim Reinrudern die richtige Welle erwischen. Das Surfen darauf fühlt sich gut an, aber danach kommt immer das Wellental.“

Vor allem wartet dann an Land noch ein letzter Sprint ins Ziel. „Da bist du in einem Laktatbereich drinnen, den du nicht kennst“, sagt die Heeressportlerin. „Aber dieser Kampf gegen alle Elemente ist einfach cool.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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