Austria-Krise: Muss Coach Helm schon vor dem Derby gehen?

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Vorne ein Kopfball an die Innenstange, im Gegenzug ein ungeschicktes Elfmeterfoul, das zum vorentscheidenden Gegentreffer führt. Wenn man kein Glück hat, kommt halt auch oft noch Pech dazu. Die Austria kommt einfach nicht in die Gänge, das 2:3 in Ried hat die violette Krise verschärft. Trainer Stephan Helm sah die Niederlage als „Sinnbild unserer Situation. Wir bekommen zu viele Tore und belohnen uns nicht für den Aufwand.“

Es liegt in der Natur der Sache, dass in dieser Situation der Trainer zur Diskussion steht. Muss Helm gehen, oder darf er (noch) bleiben? Der KURIER wirft einen Blick hinter die violetten Kulissen.

Die Situation ist angespannt, Helm ist angezählt, das weiß er auch selbst. „Ich kann garantieren, dass ich mich den Herausforderungen und der Kritik stelle.“ Aber bekommt er überhaupt die Möglichkeit dazu. Sportvorstand Tomas Zorn hat dem Coach unlängst den Rücken gestärkt – und dürfte auch weiterhin hinter ihm stehen. Während der Deutsche noch kühlen Kopf behält, sieht es bei Kurt Gollowitzer anders aus. Der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende soll dem Vernehmen nach die Nerven verlieren und gegen die sportliche Führung wettern.

Aber was spricht eigentlich für Helm, und was gegen ihn? „Ich habe keine Mannschaft gesehen, die auseinanderfällt“, sagt er – und liegt damit völlig richtig, das Team ist intakt. Nur fehlen Erfolgserlebnisse und Punkte. Ebenfalls für Helm spricht die finanziell angespannte Situation der Veilchen. Kann sich die Austria leisten, Helm (Vertrag bis 2028) UND seinen Nachfolger zu bezahlen? Das wird man sich wohl gut überlegen müssen.

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Letzte Galgenfrist?

Was gegen den 43-Jährigen spricht, sind die nackten Zahlen. Nur sieben Punkte aus neun Spielen, aktuell halten die Violetten bei sechs Niederlagen – das hat es in der Vereinsgeschichte noch nie gegeben. 18 Gegentreffer hat man schon kassiert, das macht im Schnitt zwei pro Partie.

Helm kennt die Situation. Er stand in den letzten Jahren schon mehrmals vor dem Aus, hat aber immer noch den Turnaround geschafft. Eine Frage, die sich die Austria-Verantwortlichen aber auch stellen, ist: Kann die Austria unter Helm auch den nächsten Schritt schaffen? Eine Krise zu bewältigen, um im Jahr darauf wieder in eine zu rutschen, wird auf Dauer zu wenig sein.

Wie jeden Herbst bieten sich die Länderspielpausen für Trainerwechsel an. Zu Beginn der ersten Pause hat es ein intensives Gespräch zwischen Zorn und Helm gegeben. Geändert hat es an der Situation aber nichts. Zumindest ergebnistechnisch.

Bis zur nächsten Länderspielpause stehen noch vier Spiele an. Mit Altach, Hartberg (Cup), Rapid und WSG geht es Schlag auf Schlag – nicht wirklich Zeit für einen Trainerwechsel. Danach hätte Zorn wieder die Möglichkeit, in Ruhe zu handeln. Man darf davon ausgehen, dass Profi Zorn auf alle Eventualitäten vorbereitet ist. Er pflegt guten Kontakt zu ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick – ein möglicher Helm-Nachfolger könnte aus diesem Umfeld kommen.

Wohl aber frühestens in der Länderspielpause.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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