Neuer ÖSV-Chefcoach: „Im Skifahren gibt es keine Wunderwuzzis“

Sport

Österreichs Frauen-Skiteam geht mit einem neuen Cheftrainer in die Saison. Johannes Zöchling folgt auf Roland Assinger, der besonnene Niederösterreicher war in den letzten zwei Jahren erfolgreich in Norwegen tätig, zuvor arbeitete er bereits 14 Jahre lang beim ÖSV. Johannes Zöchling über. . .

sein neues Amt 

Mit meinem Namen haben bisher wahrscheinlich nur die Leute aus dem Skisport was anfangen können. Es war nie mein Karriereplan, Cheftrainer zu werden. Das hat sich einfach so ergeben. Wenn man gefragt wird, dann hat offenbar wer erkannt, dass ich in der Vergangenheit gute Arbeit gemacht habe. Insofern ist das schon eine gewisse Ehre.

die ersten Monate 

Ich habe am Anfang sehr viel zugehört und mir so ein aktuelles Bild gemacht. Aber ich komme ja nicht als Fremder, ich kenne beim ÖSV viele noch von früher.

den Status quo im Frauenteam 

Grundsätzlich steht das Team solide da, im letzten Winter hat jede einzelne Trainingsgruppe ein Podium erreicht. Das zeigt mir, dass gute Arbeit gemacht wird. Das Potenzial im Team ist auf jeden Fall vorhanden.

seinen Zugang 

Es geht in erster Linie um harte, konsequente Arbeit. Im Skifahren gibt es keine Wunderwuzzis oder Hexer. Man muss gewisse Prinzipien verfolgen: Basisarbeit, Trainingsumfänge, Vertrauen – nur so kann man schlagkräftig angreifen.

die vielen Ein-Disziplinen-Läuferinnen im Team 

Wenn man sich international umschaut, gibt es nur mehr wenige Läuferinnen, die Slalom und Riesentorlauf abdecken: Mikaela Shiffrin, Camille Rast, Lara Colturi, Emma Aicher – aber die sind die Ausnahmen. Es ist schwer, in beiden Disziplinen auf ganz höchstem Niveau zu fahren. Ich bin da eher ein Verfechter der Devise: Stärken wir die Stärken. Es bringt nämlich niemandem was, wenn man in beiden Disziplinen auf Platz 15 fährt.

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den Druck als Cheftrainer 

Natürlich ist in Österreich ein öffentliches Interesse am Skisport da. Und das ist auch gut so. Den Druck wird es sicher geben, aber nicht nur von außen. Wir setzen uns schon auch selbst hohe Ziele. Wir wissen, dass die Athletinnen alle ihr Bestes geben. Keine macht absichtlich Fehler, keine fährt absichtlich langsam.

seine Pläne 

In naher Zukunft müssen sicher andere Leaderinnen da sein. Conny Hütter hat angekündigt, dass sie nur mehr diesen Winter fährt. Keiner kann heute sagen, ob Katharina Truppe oder Julia Scheib bei den Winterspielen 2030 noch dabei sein werden. Deshalb werden wir schauen müssen, dass wir schleichend die jüngeren Läuferinnen heranführen. Das wird nicht von einem Tag auf den anderen gehen.

den Umgang mit den Läuferinnen 

Die oberste Prämisse muss sein, dass man immer fair ist. Man sollte sehr wohl kritische Themen ansprechen, das muss ich auch als Cheftrainer, aber es muss immer fair und nachvollziehbar sein. Das gilt übrigens genauso bei den Männern.

seine Zielvorgaben 

Das große Ziel ist kein ergebnisorientiertes Ziel, sondern ein handlungsorientiertes Ziel. Wir müssen so arbeiten, dass die Frauen bereit sind, am Tag X abzuliefern und ihre Topleistung zu zeigen. Und das passiert nur dann, wenn sie gut vorbereitet sind und ein Vertrauen da ist. Mir ist klar, dass in Österreich Podestplätze gefordert werden. Man will permanent Läuferinnen ganz oben haben. Das war bei uns immer so und wird sich auch nie ändern.

Julia Scheib 

Wir haben besprochen, dass sie vermehrt …read more

Source:: Kurier.at – Sport

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