Comeback in Sölden: ÖSV-Ass hat jetzt einen Spenderknochen

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Wer Ricarda Haaser zuhört, der könnte glatt auf die Idee kommen, sie wäre eine ausgebildete Medizinerin. Wenn sie etwa in allen Facetten von ihrer „Impressionsfraktur“ erzählt, die sich die Tirolerin Ende Februar bei einem wilden Abflug im Super-G von Soldeu zugezogen hatte. 

Das Video von ihrem Sturz ist nichts für Zartbesaitete: Nach einem Sprung knickt das linke Knie ein, Haaser kippt bei Tempo 100 vornüber und wird wie eine Gummipuppe herumgewirbelt.

Zerbröselter Schienbeinkopf

„Den Schienbeinkopf hat es zerbröselt“, erzählt Haaser mit stoischer Miene, „es war nicht mehr alles an Ort und Stelle.“ So wie sich ihr Knie verdreht hat, grenzt es an ein Wunder, dass die Bänder heil geblieben sind. 

Um die massiven Schäden zu reparieren, benötigte die 33-Jährige sogar einen Spenderknochen. „Den nimmt man von Leuten, die eine Hüftprothese haben“, klärt Ricarda Haaser auf.

Trockener Humor

„Mit dem Spenderknochen haben die Ärzte das Loch gestopft und die Teile reingebastelt.“ Nüchterner Nachsatz: „Von einer 80-jährigen Frau werden sie ihn ja hoffentlich nicht genommen haben.“

Wahrscheinlich hilft dieser trockene Humor, wenn man das durchmacht, was Ricarda Haaser in den letzten beiden Winter widerfahren ist: Bei ihrem Karriere-Höhepunkt, der Heim-WM 2025 in Saalbach-Hinterglemm, hatte sie sich einen Kreuzbandriss zugezogen.

Hohe Nummer

Kaum hatte sich die Allrounderin von dieser Verletzung erholt und in den Weltcup zurückgekämpft, kam die folgenschwere Impressionsfraktur. Beim Weltcupauftakt in Sölden gibt die 33-Jährige ihr zweites Comeback innerhalb von zehn Monaten. „Keiner hat damit gerechnet, dass ich jetzt schon wieder fit bin,“ sagt die WM-Dritte von 2023.

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Die beiden schweren Verletzungen haben die Polizeisportlerin nicht nur sportlich zurückgeworfen, auch in der Startliste wurde Ricarda Haaser durchgereicht. Den Riesentorlauf in Sölden wird sie mit einer Nummer jenseits der 40 in Angriff nehmen. „Ich habe die Erfahrung, ich kann auch von hinten nach vorne fahren.“

Raus aus dem Hintertreffen – dieses Motto gilt ohnehin für fast alle neun Österreicherinnen, die in Sölden am Start sind. Mit einer Ausnahme: Julia Scheib, die vor einem Jahr mit dem Sieg am Rettenbachferner den Grundstein für den Gewinn der kleinen Kristallkugel gelegt hat, ist die einzige ÖSV-Läuferin in der Topgruppe.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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