
Von Silvia Kargl.
Der farbenfrohe Start in die neue Saison im Koproduktionshaus brut Wien findet unter besonderen Vorzeichen statt. Auch wenn die große Eröffnung erst für September 2027 geplant ist, können einige Räume des neuen Hauses für die freie Szene bereits bezogen und bespielt werden. Ein guter Schachzug auch, um diese Szene und ihr Publikum an den Schauplatz im ehemaligen Bankhaus St. Marx im dritten Bezirk zu gewöhnen. Der 1911 errichtete Bau in Nachbarschaft zur Marx Halle verspricht ein attraktives Theaterzentrum zu werden.
Am Freitag wurde das brut understage im Nachbargebäude eröffnet, ein ehemaliger Fahrradkeller, der vorübergehend bis zum Frühjahr 2027 als Raum für kleine Performance-Formate genützt werden soll. Danach wird er als Lagerraum dienen.
Amanda Piña/Studio Fortuna haben für die Eröffnung eine One-to-One Performance gestaltet, wobei One-to-One die Begegnung mit einem zweiten Besucher in diesem intimen Raum beschreibt. Die Künstlerin ist nicht anwesend. Zu sehen und hören bekommen zwei Besucher in vorgegebenen Timeslots in einem tiefblauen Setting die Videoinstallation „Ancient Future Climate Bodies“, eine „Choreografie der Wahrnehmung“ zum Thema Wasser. Visuell, in Klängen und Texten erzählt Piña in einer entspannten und stimmungsvollen Atmosphäre von der Yemanjá-Gottheit des Meeres und der Mutterschaft, stellt einen Kontext von Natur und den Einfluss der Kolonisation auf diese her.
Beibehalten wird brut den Studioraum in der Zieglergasse. Dort feiert Mzamo Nondlwana in „Waiting for fall“ mit drei Performerinnen und Performern den Saisonbeginn mit einem Einzug vom Foyer in das Tanzstudio, bunt, laut, effektvoll und im direkten Kontakt mit dem Publikum. Beruhend auf Tanzformen aus Südafrika und auf brasilianischem Samba wird mit dynamischem und freudvollem Tanz in Verbindung von live-Sounds von Moritz Benedikt Nolden und Videos von Maanila Mederos Santos de Moraes ein Zeichen gegen das Einschränken persönlicher Freiheiten gesetzt.
Source:: Kurier.at – Kultur



