Portugal: 10.000 Menschen protestieren gegen hohe Lebenshaltungskosten

Politik

Zehntausende Menschen haben am Samstag im Zentrum von Lissabon gegen stark gestiegene Lebenshaltungskosten und die Wohnungskrise in Portugal demonstriert. Zu der Kundgebung hatte die landesgrößte Gewerkschaft CGTP aufgerufen. Ihren Angaben zufolge waren mehrere zehntausend Aktivisten in der Hauptstadt. Die Polizei gab keine Schätzungen ab.

Der Demonstration waren bereits Tage wachsender Unruhe vorausgegangen. In der Stadt Porto hatte die Polizei am Montag im Morgengrauen ein Zeltlager von Aktivisten geräumt. Die Proteste in Portugal fallen mit ähnlichen Kundgebungen in anderen europäischen Ländern zusammen. Auch in Frankreich und Belgien gingen Menschen gegen steigende Kosten auf die Straßen, während in Albanien bei Massenprotesten der Rücktritt des Ministerpräsidenten gefordert wird.

Niedrige Löhne und explodierende Preise

Die Demonstranten in Lissabon beklagten vielfach, die niedrigen Löhne würden nicht mit den explodierenden Preisen mithalten und viele Menschen in dem EU- und NATO-Mitgliedsstaat kämen kaum noch über die Runden. Die Proteste erhöhen den Druck auf die Mitte-Rechts-Regierung von Luís Montenegro. Der Minister für parlamentarische Angelegenheiten, Carlos Abreu Amorim, hatte am Freitag erklärt, die Regierung werde dem Druck der Straße nicht nachgeben. Es seien bereits konkrete Maßnahmen auf den Weg gebracht worden.

Besonders in den Großstädten ist die Lage auf dem Wohnungsmarkt angespannt. Die Immobilienpreise haben sich seit 2017 mehr als verdoppelt, die Mieten für Neuverträge stiegen in ähnlichem Ausmaß. Die 26-jährige Doktorandin Carolina Cruz, die nach eigenen Angaben mit einem Stipendium auf rund 1.300 Euro im Monat kommt, fürchtet um ihre Wohnung. Bei einer Verlängerung des Mietvertrags könne die Miete im Raum Lissabon von derzeit rund 700 Euro auf über 1.200 Euro steigen, sagte sie. Der 62-jährige Lehrer Pedro Penilo warf der Regierung vor, den Bezug zur Realität verloren zu haben. Das Leben sei unglaublich teuer geworden und er sorge sich um die anstehende Anpassung seiner Hypothek.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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