Eines der meistverkauften Medikamente der Welt kann das Risiko auf Magenkrebs um fast 150 Prozent erhöhen

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Tabletten gegen Sodbrennen gehören zu den meistverkauften Medikamenten weltweit.
Einer Studie zufolge kann die Einnahme der sogenannten Protonenpumpenhemmer das Risiko auf Magenkrebs deutlich erhöhen: Um beinahe 150 Prozent.
Dennoch sollten die Medikamente auf keinen Fall ohne ärztlichen Rat abgesetzt werden, denn das Karzinomrisiko erhöht sich ebenfalls durch eine Nichtbehandlung – sogar noch stärker.
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Was wirkt, hat auch Nebenwirkungen. Manche davon sind harmlos, selten und ungefährlich. Doch manche Nebenwirkungen von Medikamenten können auch ernsthafte gesundheitliche Schäden verursachen.

So haben etwa die Wirkstoffe in einem der weltweit meistverkauften Medikamente einen äußerst schlechten Ruf. Mittel gegen Sodbrennen, sogenannte Protonenpumpenhemmer (PPI), reduzieren wirksam die Säureproduktion des Magens – doch dem stehen Hinweise auf gravierende Nebenwirkungen gegenüber. Lange galten die in niedriger Dosierung auch frei verkäuflichen Tabletten als harmlos. Inzwischen ist jedoch mehr über potenzielle Nebenwirkungen bekannt: Menschen, die regelmäßig PPI einnehmen, sind anfälliger für Knochenbrüche und Infektionen des Darms. Außerdem können Säureblocker den Magen noch empfindlicher machen, anstatt ihn zu beruhigen. In einer Studie berichten Forscher auch über die Zunahme von Magenkrebs nach der Einnahme von Säureblockern.

PPI wie Pantoprazol und Omeprazol sind die wirksamsten Arzneistoffe gegen Sodbrennen. Sie helfen nicht nur gegen die unangenehmen Symptome, sondern können bei Menschen mit Magengeschwüren oder dauerhaften Entzündungen sogar der Entstehung von Magenkrebs vorbeugen. Gleichzeitig aber, wie die Studie aus Hong Kong nahelegt, kann die Einnahme solcher Medikamente das Risiko auf Magenkrebs auch massiv erhöhen – dies erscheint paradox und besonders fatal, denn die PPI sollen gerade diese Karzinomart eigentlich verhindern.

Risiko auf Magenkrebs war bei PPI-Probanden fast zweieinhalb mal höher

In ihrer Studie, veröffentlicht im Fachjournal „Gut“, untersuchten die Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen der Einnahme von Protonenpumpenhemmern und der Häufigkeit von später entwickeltem Magenkrebs. Dafür beobachteten sie bei mehr als 63.000 Patienten, die wegen einer Helicobacter-Infektion behandelt wurden, wie häufig sie ein Magenkarzinom entwickelten. Das Bakterium Helicobacter Pylori ist weltweit verbreitet. Experten gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der Menschheit den Erreger in sich trägt – wobei nicht alle Betroffenen Auswirkungen spüren.

Nach Behandlung der Infektion mit einer Kombination aus PPI und Antibiotika nahmen mehr als 3.000 Studienteilnehmer fast drei Jahre lang weiterhin einen Protonenpumpenhemmer ein. Knapp 22.000 Probanden dienten als Vergleichsgruppe und bekamen stattdessen sogenannte H2-Antihistaminika wie Ranitidin oder Cimetidin, auch bekannt als H2-Blocker.

Im Schnitt beobachteten die Wissenschaftler die Studienteilnehmer siebeneinhalb Jahre und stellten fest: 153 Patienten erkrankten im Anschluss an die Therapie an Magenkrebs. Das Risiko für ein Magenkarzinom war bei jenen Probanden, die ein PPI bekommen hatten, 2,44 Mal so hoch wie bei den mit H2-Blockern behandelten Patienten – das entspricht einer Risikosteigerung von beinahe 150 Prozent. Das Risiko auf Magenkrebs hing zudem von der Dauer der Anwendung sowie der Dosierung der PPI ab. Nach einem Jahr stieg das Risiko auf das Fünffache, nach zwei Jahren auf das Sechsfache und nach mehr als drei Jahren auf das Achtfache. Daraus ziehen die Autoren der Studie die Schlussfolgerung, dass die Langzeitanwendung von Mitteln gegen Sodbrennen auch nach Abschluss einer Helicobacter-Therapie mit einem erhöhten Magenkarzinom-Risiko verbunden ist.

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Source:: Business Insider.de

      

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