
Fünf Namen, fünf Kapitel: Das ist rein formal gesehen Ronja von Rönnes neuer Roman „Alles Liebe“. Als erstes lernt man Laura kennen: Eine Teenagerin, deren Freundin Krebs hat. Laura ist ihrer kranken Freundin auch in Chemo-Zeiten vorerst treu. Aber sie sonnt sich auch in der Aufmerksamkeit ihrer Mitschüler, die von einer todkranken Freundin abfärbt. Dann beginnt sie, die Verhältnisse ein bisschen auszuschmücken.
Mittellieblos
Der zweite Name ist Barbara, sie hat ein krebskrankes Kind, auch sie nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau. Name Nummer drei ist Heike, eine Frau in einer mittellieblosen Ehe, aber vor allem unter der subtilen Tyrannei der Mitbewohner-Schwiegermutter. Der vierte in der Liste ist Fedor, ein Künstler, dessen Beziehung zu seiner Frau, einer erfolgreicheren Künstlerin, so beschrieben wird: Er mochte sie nicht, aber er liebte sie. Der letzte Name ist Matthis, ein Journalist bei einer schwächelnden Regionalzeitung.
Überraschend
Man glaubt hier erst, dass die Schicksale miteinander verbunden sind, dann wieder nicht, bevor man damit überrascht wird, auf welche Weise es doch so ist. Von Rönne hat einen knappen, einnehmenden Roman geschrieben, der einiges über die Wege von Liebe erzählt, aber auch die Frage aufwirft, ob Ungerechtigkeit selbst verschuldet sein kann.
Source:: Kurier.at – Kultur



