Merkel-Nachfolge: Presse zum CDU-Parteitag: „Es könnte gut sein, dass dem Rausch ein gewaltiger Kater folgt“

Politik

Die CDU wählt heute auf ihrem Parteitag in Hamburg (Beginn 10.30 Uhr) einen neuen Parteivorsitzenden. Amtsinhaberin Angela Merkel stellt sich nach mehr als 18 Jahren nicht mehr zu Wiederwahl. Bisherige Kandidaten für den Vorsitz sind CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz sowie Gesundheitsminister Jens Spahn. Was bedeutet das für die Partei – und für Deutschland?

Sicher ist: „Die 1001 Deligierten tragen ungeheure Verantwortung“, schreibt etwa „Die Welt“. Und: „Es könnte gut sein, dass dem Rausch ein gewaltiger Kater folgt“, wie die „Süddeutsche Zeitung“ befürchtet. Die Pressestimmen.

Die Pressestimmen zum CDU-Parteitag

„Die Welt“: „Dafür, dass Defätisten bereits das Sterbeglöckchen über der CDU als Volkspartei geläutet haben, geht es der Partei passabel. Merkels Rückzug vom CDU-Vorsitz ist beiden bekommen: der Kanzlerin und der Partei. Eine Entscheidung für Merz wäre eine Vernunftentscheidung, die für AKK eher eine des Parteibauches. Eine Volkspartei benötigt in Krisenzeiten beides: Herz und Verstand. Doch die Umfrageergebnisse und die letzten Wahlergebnisse sind derart deprimierend, dass etwas mehr Mut der Partei auch bei Millionen enttäuschten Wählern gut ankäme. Die Fraktion hat es mit der Wahl des besonnenen Ralph Brinkhaus vorgemacht. Es steht unendlich viel auf dem Spiel. Für die CDU, für das Land, für Europa. Die 1001 Delegierten tragen ungeheure Verantwortung.“CDU-PARTEITAG: Mini-Porträts der Kandidaten

„Süddeutsche Zeitung“: „Mit der Wahl des oder der neuen Vorsitzenden enden an diesem Freitag die Demokratie-Festspiele der CDU. Und es könnte gut sein, dass dem Rausch ein gewaltiger Kater folgt. Denn der Wahlkampf hat die Konflikte in der Partei ja nicht aufgelöst. Und wegen der schlechten Umfragewerte geht es nicht mehr nur um die Wahl eines Vorsitzenden, sondern auch um den Erhalt der CDU als Volkspartei.“

„Frankfurter Allgemeine Zeitung“: Der CDU hat die Mehrfachbewerbung neues Leben eingehaucht. Sogar die Kanzlerin selbst wirkt befreit, seit sie sich zum Abschied in Raten entschied. Zu einem jähen Anstieg der Umfragewerte für die Partei ist es aber noch nicht gekommen. Ob sich das ändert, wenn klar ist, wer am Ruder steht? Das wird auch davon abhängen, wie deutlich das Wahlergebnis ausfällt und wie geschlossen die Partei dann hinter der neuen Frau beziehungsweise dem neuen Mann an der Spitze steht. Das fiel der CDU von allen Parteien immer am leichtesten. Doch was wäre, wenn selbst dieser aufwändige Vorsitzendenwechsel der CDU so wenig brächte wie die ständige Neueinsetzung von Hoffnungsträgern der SPD?CDU Parteitag Vorschau 16.02

„Neue Osnabrücker Zeitung“: „Auf den letzten Metern wird die CDU-Spitze nervös. Die Schärfe der Attacken nimmt zu. Heute wird sich entscheiden, wer der Partei als Nachfolger von Angela Merkel in der Zukunft Veränderung bringen soll, aber eben zugleich auch Ruhe. Aufgabe Nummer eins wird sein, die Verletzungen aus den Wochen der Rivalität um die Führung zu heilen. Merkel wird dazu beitragen müssen, die Person zu stärken, die ihr ebenfalls als Kandidat …read more

Source:: Stern – Politik

      

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