Neuer Arbeitsminister Kocher: „Permanentes Homeoffice wird Normalität“

Politik

Heute wird der Arbeitsminister dem Parlament vorgestellt. Der Marathonläufer spricht sich für eine -Bepreisung aus, will nicht „Superminister“ werden und sieht keine weitere, große Arbeitslosenwelle 2021.

KURIER: Herr Kocher, Sie haben die Seiten gewechselt. Sind die schonungslosen Analysen, die Sie als Wissenschafter gemacht haben, nun als Politiker vorbei?

Martin Kocher: Meine Analysen waren auch bis jetzt nicht schonungslos, es kommt immer darauf an, wie man sie präsentiert. Der Experte hat den Vorteil, dass er sich keine Werturteile leisten muss. Dieser zweite Schritt wird für mich sicher schwieriger werden, weil ich es nicht gewohnt bin.

Apropos Expertise: Wären Sie angesichts der Krise lieber Superminister geworden, der für Arbeit und Wirtschaft zuständig ist?

Nein. Ich werde mich sehr stark auf die Arbeitsmarktagenden konzentrieren. Das ist ein Ressort, das für einen Rookie wie mich im Team, noch einigermaßen überschaubar ist. Als Superminister braucht man mehr politische Erfahrung und es wäre auch ein zu großer Anspruch.

Die Verhandlungen zum Homeoffice stehen vor dem Abschluss. Können Sie sich eine permanente Variante vorstellen? Etwa für Menschen mit Kindern oder als 4. oder 5. Arbeitstag?

Permanentes Homeoffice wird sogar eher zur Normalität werden. In einigen Bereichen wird es zwar nicht funktionieren, aber wo es geht, wird es normal sein, dass die Menschen einige Tage im Büro verbringen und einige Tage im Homeoffice. Das macht aus Sicht der Ökologie Sinn. Wir wissen auch aus vielen Studien, dass Menschen, die pendeln müssen, unglücklicher sind. Weil Stau oder öffentlicher Verkehr einfach den Menschen stresst. Wenn wir es schaffen, so mehr Zeit zu schaffen, ist allen gedient.

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Was sind die noch offenen Punkte?

Es sind technische Fragen, die daran hängen. Was zahlt der Arbeitgeber und was der Arbeitnehmer? Derzeit kann man ein Büro im Eigenheim steuerlich absetzen: Da wird die Frage sein, wie oft muss man von zu Hause arbeiten, damit das möglich ist.

Viele Unternehmer berichten, dass sie trotz der Wirtschaftskrise neue Mitarbeiter suchen, aber keiner meldet sich auf Stellenangebote. Verantwortlich dafür machen sie die Kurzarbeit, weil niemand seine Komfortzone verlässt. Wie lange macht dieses Modell noch Sinn?

Die Kurzarbeit konserviert die Situation am Arbeitsmarkt. In gewissen Segmenten am Arbeitsmarkt, wo trotz Wirtschaftskrise eine Personalknappheit herrscht, bewegt sich natürlich nichts. Deswegen wird die derzeitige Form der Kurzarbeit zu Ende gehen, sobald die Gesundheitskrise zu Ende ist. Es wird danach noch Kurzarbeit geben, so wie auch schon vor dieser Krisen-Kurzarbeit. Wir bereiten uns gerade vor, dass die Kurzarbeit Ende März nochmals verlängert wird. Wie lange, hängt von der Infektionslage ab.

Wenn die Kurzarbeit endet, wie hoch wird dann die Arbeitslosigkeit sein?

Ich bin recht optimistisch, dass nur ein kleiner Teil von der Kurzarbeit in die Arbeitslosigkeit fallen wird. Denn würden die Unternehmer erwarten, dass die Situation nicht besser wird, dann würden sie die Mitarbeiter gleich in die Arbeitslosigkeit schicken und nicht in Kurzarbeit halten.

Auch angesichts der prognostizierten Insolvenzwelle?

Auch hier hoffe ich, dass es keine große Welle geben wird. Es wird einen Nachholeffekt geben, denn es gab 2020 weniger Insolvenzen als 2019. Hier muss man darauf achten, dass man die Stundungen vielleicht verlängert, damit es keinen Klippeneffekt gibt und viele Unternehmen zu einem bestimmten …read more

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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