Ukraine: Ex-Verteidigungsminister Fedorow will zurück ins Amt

Politik

Vor dem Hintergrund neu angekündigter Proteste besteht der entlassene ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow auf seiner Rückkehr ins Amt. „Heute gibt es im Staat nur drei Posten, außer auf dem Schlachtfeld, die den Kriegsverlauf real beeinflussen: der Präsident der Ukraine, der Verteidigungsminister und der Oberkommandierende der Streitkräfte“, sagte Fedorow Journalisten. Er sei deshalb mit keinem anderen Amt als dem des Verteidigungsministers einverstanden.

Zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskij auf einer Pressekonferenz bestätigt, Fedorow mehrere Positionen angeboten zu haben, darunter die eines Vizeregierungschefs für militärische Innovationen. Fedorow wurde im Rahmen eines Regierungsumbaus vergangene Woche entlassen. Der junge Technologieexperte hatte sich mit dem bisherigen Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj, einem altgedienten General sowjetischer Schule, öffentlich überworfen.

Mehrere Tausend Demonstranten in Kiew und anderen Städten forderten daraufhin seine Wiedereinsetzung und die Entlassung von Armeechef Syrskyj. Der zweiten Forderung kam Selenskij am Dienstag nach. Doch die Organisatoren der Proteste wollen auch Fedorow zurück und drohen anderenfalls mit Dauerdemos, die am Freitag starten sollen.

Selenskij: Neue Militärführung soll Mobilmachung verbessern

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beauftragte unterdessen die neue Militärführung mit einer besseren Mobilmachung. Der neue Verteidigungsminister Jewhenij Chmara und der neue Oberbefehlshaber Mychajlo Drapatyj müssten die Rekrutierung von Soldaten verbessern, sagte Selenskij der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zufolge am Donnerstag. Selenskyj bestätigte zudem, dass er Ex-Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko den wichtigen Botschafterposten in den USA angeboten habe.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Mit Fedorow wurde der vierte Verteidigungsminister seit Kriegsbeginn entlassen. Der 35-Jährige war gerade einmal sechs Monate im Amt.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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