Wien-Ergebnis bringt Verschnaufpause für Rendi-Wagner

Politik

Das gute Ergebnis in Wien dürfte Debatten um den Parteivorsitz vorerst auf Eis legen.

Im Jänner ein beachtlicher Erfolg im Burgenland, nach 30 Jahren wieder rote Bürgermeister in Bregenz und Hard und nun auch in Wien ein noch besseres Ergebnis als 2015: Nach einer ausgedehnten Dürreperiode hat die SPÖ 2020 wieder einigen Grund zu feiern.

Besondere Optimisten unter den Genossen sprechen gar von einem bundesweiten „Richtungswechsel“. Nicht zuletzt durch die sture Haltung der türkis-grünen Regierung bei der Frage nach der Aufnahme von Flüchtlingskindern aus Moria, würden viele Wähler zur SPÖ zurückkehren, meinen Parteigänger. Blickt man auf die jüngsten Umfragen, ist so viel Zuversicht nicht angebracht. Bei der Sonntagsfrage tritt die SPÖ bei rund 20 Prozent auf der Stelle, das wäre ein historisch schlechtes Ergebnis.

In der Kanzlerfrage hingegen hatte Parteichefin Pamela Rendi-Wagner kürzlich leicht zulegen können. Für sie bedeutet das gute Ergebnis in Wien zwar keinen persönlichen Triumph – wie auch im Burgenland spielte die Parteivorsitzende im Wiener Wahlkampf nur eine Nebenrolle – immerhin gibt es nun vorerst aber auch keinen Anlass, sie als Parteichefin zu hinterfragen. Denn wie schon nach der Landtagswahl im Burgenland gilt in Parteikreisen: „In der Stunde des Sieges wird nicht abgerechnet.“

Auch dass Michael Ludwig Rendi-Wagner in sein Büro eingeladen hat, um gemeinsam die Hochrechnungen zu verfolgen, kann als symbolischer Akt verstanden werden, der Einigkeit demonstrieren soll. Heißt auch: Aus Wien droht keine Gefahr für die Parteivorsitzende, wenngleich sich die Machtverhältnisse in der Partei nun leicht in Richtung Doskozil und Ludwig verschieben werden. Dennoch: Für Rendi-Wagner gibt es eine Verschnaufpause bis spätestens zum Bundesparteitag 2021. Zwar hat sich immer noch kein Nachfolger hervorgetan, zahlreiche Streichungen wären aber eine unmissverständliche Aufforderung, das Feld zu räumen.

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Und dann sind da noch die Gerüchte um einen Wechsel des Wiener Gesundheitsstadtrates Peter Hacker in die Bundespartei. Gemunkelt wird, er solle gemeinsam mit Rendi-Wagner die Partei als Doppelspitze anführen. Das wäre ungewöhnlich, da Rendi-Wagner und Hacker eher dem linken Lager in der SPÖ zugerechnet werden. Ein Co-Chef dürfte eher von rechts kommen.E. Hofer

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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