Bauchgefühl statt Strategie: Wie der ÖFB mit seinen Frauen umgeht

Sport

Der ÖFB hat einen neuen Teamchef präsentiert. Lars Söndergaard soll das Frauen-Team doch noch zur WM 2027 nach Brasilien führen. Ein bekannter Name und ein Trainer mit viel Erfahrung sowohl im Männer- als auch im Frauenfußball. Klingt doch gut, oder?

Das wird sich auch Peter Schöttel gedacht haben. Doch was hat sich der Sportdirektor des ÖFB gedacht, als er – wie aus dem Nähkästchen – erzählt hat, wie es dazu kam? „Ich habe nur mit dem Lars gesprochen“, sagte der 59-Jährige. Er habe sich eine zweite, externe Meinung über das Frauen-Nationalteam einholen wollen. „Das hat sich dann in eine Richtung entwickelt, wo man gemerkt hat, dass es passen könnte“, so Schöttel. Klingt nach ganz viel Bauchgefühl und wenig Strategie. Keine Spur von einem Auswahlverfahren oder einer Shortlist mit drei Top-KandidatInnen.

Das ist in etwa so, als würde man beim Kauf eines neuen Autos das erstbeste nehmen, weil man sich nicht die Zeit dazu nehmen will, auch noch andere Probe zu fahren.

Ganz viel Zeit

Dabei wäre Zeit genug gewesen. Fakt ist: Dass man sich von Alexander Schriebl trennen wird, wusste man im ÖFB spätestens nach einer erschreckenden Leistung in Slowenien am 7. März – also seit mehr als acht Wochen. Im Fußball ist das eine halbe Ewigkeit, die man hätte nützen müssen. Im Interesse der Sportöffentlichkeit und der eigenen Partner und Sponsoren kann es nur sein, bei Personalentscheidungen dieser Tragweite keine Mühen zu scheuen.

Das schlechtestmögliche Signal ist dieses Vorgehen aber für den Frauenfußball und die Teamspielerinnen, die es offenbar nicht wert sind, dass bei ihnen dieselben Standards gelten. Oder würde es Schöttel wagen, bei der Suche nach einem Männer-Teamchef nur mit einem Kandidaten zu sprechen, mit dem es „passen könnte“?

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Schon die Bestellung von Söndergaards Vorgänger endete nach einem Alleingang Schöttels mit einem Desaster. Bleibt zu hoffen, dass sich Söndergaard als Glücksgriff erweist. Andernfalls ist klar, wer dafür die Verantwortung trägt.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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