
Von Lukas Bergmann
Es hätte eigentlich ein absoluter Traumtag sein können am Kinkplatz. Der Himmel war wolkenlos und die Temperaturen am späten Samstagnachmittag waren angenehm. Der Platz ist eigentlich die Heimat von Austria XIII in der Wiener Liga, doch auch der Penzinger SV trägt seine Heimspiele dort aus. Und was für ein Heimspiel das war gegen die Gypsy Kings. Für die neu gegründete Gästemannschaft galt es, sich in der niedrigsten Wiener Spielklasse zu akklimatisieren und wichtige Erfahrung zu sammeln. Das gelang ihnen bis jetzt nur halbwegs gut. Sie stehen zwei Punkte hinter dem FC Mariahilf auf dem letzten Platz mit einer Tordifferenz von -87. Gegen die Penzinger zeigten sie sich von Spielbeginn weg von ihrer starken Seite und hielten das Spiel lange ausgeglichen. Darüber sprach aber nach dem Spiel niemand mehr.
Beim Stand von 2:2 hatten die Kings die Chance zur Führung, der Stürmer wurde aber während des Schussversuchs von einem Penzinger gefoult, aber der Ball geht trotzdem ins Tor. Der Schiedsrichter entschied dennoch auf Elfmeter und annullierte den Treffer. Wie es das Schicksal so haben wollte, hielt der Penzinger Torhüter den Penalty. Den Abpraller bekam ein Spieler der Gypsy Kings und ging darauf bei einem Zweikampf zu Boden. Zum Missfallen der Gäste entschied der Schiedsrichter auf Ecke und nicht auf einen neuerlichen Elfmeter. Daraufhin brachen alle Dämme. Zuerst gerieten die Spieler auf dem Feld aneinander, doch innerhalb kürzester Zeit waren auch die Verantwortlichen der jeweiligen Vereine mittendrin. Die Situation wurde immer unübersichtlicher und das Schiedsrichtergespann sowie die Ordner hatten alle Hände voll zu tun, die Streitparteien voneinander zu trennen. Teilweise artete es in ein Schattenbox-Match aus, in der die Fäuste flogen, jedoch zum Glück keiner getroffen wurde. Nach über 20 Minuten beruhigten sich endlich die erhitzten Gemüter. Ein Grund war wohl auch, dass die ersten Polizei- und WEGA-Einheiten am Platz eintrafen.
Nachdem der Schiedsrichter die Situation ordnen konnte, gab es jeweils zwei Rote Karten für Penzinger- und Gypsy-Kings-Spieler. Noch dazu sahen mehrere Betreuer der Gypsy Kings den roten Karton. Danach wurde aber tatsächlich noch Fußball gespielt. Der Schiedsrichter brach das Spiel nicht ab und es wurde mit vier Spielern weniger fortgesetzt. Zu allem Überfluss bekam ein dritter Spieler der Kings noch eine Gelb-Rote Karte. Die Mannschaft beendete das Spiel zu Acht. In den Schlussminuten erzielten die Penzinger dann tatsächlich noch das Siegtor zum 3:2-Endstand. Der Schiedsrichter berichtete nach dem Spiel, dass eine Spuckattacke der Auslöser für die Randale und die lange Unterbrechung war. Verletzt wurde zwar niemand, dennoch hatten die Polizei und wohl auch der Wiener Fußballverband einiges aufzuarbeiten nach dem Spiel.
Source:: Kurier.at – Sport



