Robert Sara wird 80: Córdobas stiller Held bleibt in der Puszta

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Mediennähe suchte er nie. Von kaum einem der einstigen Fußballgrößen ist so wenig zu sehen und zu hören wie von Robert Sara. Dabei hätte er viel zu erzählen, hatte er doch 1965 beim sensationellen 3:2 gegen England in London im Team debütiert und 1978 beim 3:2 in Cordoba gegen Deutschland als WM-Kapitän fungiert. Am 9. Juni, fünf Tage vor Jahrgangskollege Donald Trump, wird Robert Sara 80 Jahre.

Sara wird nicht groß feiern. Das war schon während seiner Karriere so. Nie hat er im Gegensatz zu vielen anderen Kickern dieser Zeit geraucht, nie ein Glaserl zu viel getrunken. Vielleicht ein Mitgrund, wie der asketische Sara vermutet, weshalb er bis heute keine Tablette schlucken muss. Kein Mittel gegen Blutdruck oder Cholesterin. 

Zudem sind seine Gelenke noch alle echt. Während mit Pepi Hickersberger, Willy Kreuz, Herbert Prohaska, Hans Krankl fast alle Cordoba-Helden neue Knie oder Hüften haben, Tormannlegende Friedl Koncilia gar eine Beinprothese benötigt.

Seiner Zeit voraus

Robert Sara war stets einer der Lauffreudigsten gewesen. So ist Edi Finger wegen Sara nicht erst in Cordoba narrisch geworden, sondern schon in Saras jungen Jahren, als dem Alt-Edi der Offensivdrang des Außenverteidigers missfiel. In Wahrheit war Robert Sara seiner Zeit voraus gewesen. Sowohl beim Team als auch bei der Austria, die er 1978 als Kapitän bis ins Europacupfinale führte.

Der Kontakt zu seinen Violetten ist gerissen. Beschränkt sich auf gelegentliche Telefonate mit Austrias geschätztem Museumskurator Gerhard Kaltenbeck. „Seit s’ den Andi Ogris g’stanzt haben, ist das Kapitel für mich beendet.“ Als dessen Co empfand es Sara als grobe Ungerechtigkeit, dass Ogris gehen musste, „obwohl wir Austrias Zweier-Mannschaft mit braven Buam in die zweite Liga gebracht haben“.

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Auf Distanz

Im Austria-Legendenklub ist der legendäre Sara nie anzutreffen, auf anderen Wiener Fußballplätzen erst recht nicht zu sehen. Zumal der Ex-Teamkapitän mit seiner ungarischen Frau in deren Heimat lebt. In einem Dorf „mitten in der Puszta“. Fünfeinhalb Autostunden von Wien entfernt.

Dass er kein Wort Ungarisch beherrscht, nennt er kein Handicap: „Deutsche und Holländer haben sich hier angesiedelt. Man kommt auch ohne Ungarisch gut durch.“ Die WM wird er trotz Satellit im ungarischen Fernsehen verfolgen, das jedes Spiel zeigt. „Aber ich schau mir sicher nur wenige Spiele an.“

TV-Kommentare empfindet er ohnehin als entbehrlich. So wie Krankl nervt auch Sara das Fußball-Neudeutsch mit Ausdrücken wie Raute, falsche Neun oder Restverteidigung, mit denen sich nach Meinung der Cordoba-Generation so manch Theoretiker und Laptop-Trainer profilieren wollen.

Umso mehr taugt Sara, dass es „der Klaane denen bei Rapid ’zeigt hat“. Womit Sara den Praktiker Dietmar Kühbauer meint. Denn dass der vom SK Rapid 2021 Abservierte mit dem LASK Pokalsieg und Meistertitel schaffte, nachdem er die Linzer an zehnter Stelle übernommen hatte, ist auch zum Austria-Urgestein in die Puszta durchgedrungen.

wolfgang.winheim

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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