
Unternehmerin Christina Bischof ist überzeugt: Es sind die spannendsten Monate der Firmengeschichte, die jetzt auf sie zukommen. 2015 wurde ihre Haarpflege-Marke feschi gegründet – ursprünglich von ihrer Mutter, Friseurmeisterin Michaela. Verkauft wurden die Produkte in einem Perchtoldsdorfer Salon, bis die Tochter das Ruder übernahm. Zuerst kam der eigene Onlineshop, dann der stationäre Handel in Österreich mit Marionnaud, Douglas und Müller. Jetzt ist feschi in ganz Deutschland erhältlich – bei Rossmann, der größten Drogeriekette des Landes. Noch heuer soll ein weiterer Partner in Österreich an Bord kommen, der feschi flächendeckend ins Sortiment aufnimmt.
KURIER: Wie kam es dazu, dass feschi jetzt in allen Rossmann-Filialen Deutschlands vertreten ist?
Christina Bischof: Wir hatten das Glück, dass Rossmann durch unseren Außenauftritt und unseren Educational Content (Bildungsinhalte, Anm.) auf uns aufmerksam geworden ist. Nach einem Erstgespräch, wo man sich herangetastet hat, ob es überhaupt möglich ist, ist sehr schnell die Entscheidung gefallen, dass wir das machen wollen. Das war Ende 2025.
Rossmann-Regale sind jetzt bereits mit feschi-Produkten bestückt. Wie aufwendig war der Weg dorthin?
Bislang waren wir primär in der österreichischen Parfümerie. Rossmann ist die größte Drogeriekette in Deutschland mit über 2.000 Filialen. Das meiste, was wir bislang beliefert haben, waren 140 Filialen im Offline-Segment. Also man kann sich vorstellen, wie viel größer das Projekt allein von den Mengen her ist.
Wie haben Sie die Produktion so schnell umgestellt?
Mit größeren Mengen wird es in der Produktion tatsächlich einfacher. Es ist viel schwieriger, einen Produktionsslot für 10.000 Flaschen zu finden als für 70.000, weil es auch für einen Produzenten viel lukrativer ist, seine Maschinen dafür umzubauen. Das heißt, man wird mit zunehmender Größe viel attraktiver. Es war aber schon eng, weil Produktionsslots sehr begrenzt sind im Moment.
Auch die Verpackung musste verändert werden.
In der Vorbereitung ist uns aufgefallen, dass einige unserer Bestseller, zum Beispiel das Trockenshampoo oder unser Pflegespray, einen Tick zu hoch sind. Da haben wir einiges abändern müssen, was durch eine Zusatzproduktion machbar war. Aber es war sehr sportlich von der Vertragsunterzeichnung im Jänner bis Live-Gang vor zwei Wochen.
Was war für Sie das Nervenaufreibendste?
Die operative Umsetzung des Projekts haben wir hinbekommen, als hätten wir nie etwas anderes gemacht. Das viel größere Thema für mich als Geschäftsführerin ist, dass dieser Schritt schon auch einen Strategiewechsel bedeutet. Das ganze Projekt Handel wird gerade zu einem sehr relevanten Unternehmensbereich, der davor in diesem Ausmaß nicht existiert hat. Wir haben bislang unseren Umsatz zu 90 Prozent im E-Commerce gemacht.
Wie spüren Sie den Unterschied in der täglichen Praxis?
Es bedeutet intern viel Veränderung. Man muss das komplette Marketing neu ausrichten, strukturell einiges ändern. Der Handel ist nicht so schnell und spontan wie E-Commerce, da gibt es Vorlaufzeiten für sämtliche Aktivierungen, die ein Jahr sein können. Das sind wir nicht gewohnt. Aber ich glaube, für feschi ist es der richtige Schritt, weil wir professionelle Haarpflege viel zugänglicher machen.
Was erhoffen Sie sich?
Es steckt ein riesiges Potenzial drin. Man merkt gerade eine Strategieänderung in der Drogerie, weil teurere Premiumprodukte gelistet werden. Man hat speziell bei Körper- und Haarpflege erkannt, dass die erste Adresse für die Leute nicht die Parfümerie …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



