Bruch mit der MAGA-Basis: Carlsons Rundumschlag gegen US-Präsident Trump

Politik

„Ich bin raus.“ Kurz und bündig verkündete Tucker Carlson, US-Podcaster und einst Unterstützer, ja glühender Verehrer von US-Präsident Donald Trump, dass  er der republikanischen Partei jetzt endgültig den Rücken zukehren werde. Zugleich hatte der 57-Jährige eine bedrohliche Botschaft für die „Grand Old Party“ hinsichtlich der Teil-Kongresswahlen Anfang November parat: „Wenn ich raus bin, dann sind sicher auch viele andere raus.“

Tatsächlich: Das Wort des Kaliforniers hat Gewicht. Einst als Fernsehjournalist des konservativen US-Senders „Fox News“ erreichte er ebenso ein Millionen-Publikum wie später mit seinem Podcast „Tucker Carlson Show“. Mit Verschwörungstheorien, Falschmeldungen und purer Propaganda wurde er über Jahre zum Lautsprecher Donald Trumps und dessen „Make-America-Great-Again“-Bewegung (MAGA).

Doch spätestens seit Beginn des amerikanisch-israelischen Krieges gegen den Iran Ende Februar dieses Jahres kam es zum Bruch mit dem US-Präsidenten. Wie viele in der republikanischen Partei und die große Mehrheit in der MAGA-Bewegung ist Tucker der Ansicht, dass sich die Vereinigten Staaten aus fremden Konflikten heraushalten sollten – egal, ob in der Ukraine, Gaza oder dem Iran. Schon zu Beginn des Waffenganges gegen das Mullah-Regime im Iran entschuldigte sich der einflussreiche Journalist dafür, für Donald Trump die Werbetrommel gerührt und ihm so geholfen zu haben, zwei Mal ins Weiße Haus einzuziehen.

„Inakzeptabel, verräterisch, unmoralisch“

Jetzt ging er noch einen Schritt weiter und holte zum Rundumschlag aus: Die Republikaner würden ihre eigenen Wähler, sämtliche Bürger und die gesamte Nation nicht mehr vertreten. Stattdessen würden sie Entscheidungen anhand folgender Kriterien treffen: „Was ist das Beste für dieses Unternehmen, was ist das Beste für Israel, was ist das Beste für unsere Spender?“ Solch ein Verhalten sei „inakzeptabel, verräterisch, unmoralisch, das darf so nicht weitergehen“, formulierte Tucker im Podcast „Can’t Be Censored“.

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„Toxische Politik“

Wobei der Konservative mit seinem Frust über die Entwicklung unter dem US-Präsidenten nicht alleine ist. Bereits im Vorjahr hatte ein weiteres Aushängeschild der MAGA-Bewegung mit Trump gebrochen –  Marjorie Taylor Greene (MTG). Sie  hatte im Streit über die Veröffentlichung der Epstein-Dokumente ihrem einstigen Idol den Rücken gekehrt. Reumütig erklärte sie danach: „Es tut mir sehr leid, dass ich Teil dieser toxischen Politik war.“

Der Gegenschlag des US-Staatschefs ließ nicht lange auf sich warten. Hatte er noch vor dem Gesinnungswandel der heute 52-Jährigen gesagt, dass er MTG  „vergöttert“, nannte er sie später  „verrückt“ und ließ kein gutes Haar an ihr.

„Totale Kapitulation“

Faktum ist, dass Trumps Feldzug gegen den Iran in den USA höchst unpopulär ist, zumal an der republikanischen Basis. Faktum ist zudem, dass der jetzt geschlossene, vorläufige Deal zwischen Washington und Teheran weltweit und auch in Amerika als US-„Niederlage“ interpretiert wird. Mehr noch: In  US-Medien wird von einer Demütigung Trumps gesprochen, ja von einer „totalen Kapitulation“. Ähnlich sehen das republikanische Kongressmandatare, wie etwa Senator Bill Cassidy, der den „schlimmsten außenpolitischen Fehler seit Jahrzehnten“ sieht.

Wie auch Tucker Carlson, der seine politische Zukunft offen lässt – aber möglicherweise sogar das Weiße Haus im Fokus hat: Wettbüros führen ihn hinter Trumps Stellvertreter JD Vance und Außenminister Marco Rubio auf Platz drei der wahrscheinlichsten republikanischen Präsidentschaftskandidaten.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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