
Ohne große Ankündigung brachte der österreichische Süßwarenerzeuger Neoh ein Eis am Stiel auf den Markt. 98 Kalorien, 7,3 Gramm Ballaststoffe, 0 Gramm Zucker. Schon der Testballon war ein Erfolg, jetzt ist „Ice Dream“ in den 700 größten Billa-Filialen quer durch Österreich erhältlich. Neoh-Co-Gründer Manuel Zeller über das Geschäft mit zuckerfreien Süßwaren und Snack-Klassiker, die gerade in seinem Labor entwickelt werden.
KURIER: Nach Schokoriegeln jetzt Eis. Wie kompetitiv ist der Tiefkühl-Markt?
Manuel Zeller: Eine neue Produktkategorie ist immer schwierig, weil man neue Kunden anspricht und eine neue Logistik, in dem Fall für Tiefkühlware, braucht. Aber ich muss sagen: Das Eis ist uns ein wenig passiert. Unser Schokoladenproduzent ist auch einer der besten Eisproduzenten. Er hat gesagt: „Eure Rohstoffe sind so großartig, dürfen wir damit ein Eis probieren und unsere Schokolade drumherum geben?“ Normalerweise dauert so etwas ja lange, aber in dem Fall ist das dann ziemlich schnell gegangen. Das freut uns nach 15 Jahren harter Arbeit, wo jeder Schritt gefühlt ein Maximum an Energieleistung abverlangt hat.
Die erste Sorte ist Vanilleeis mit Mandelschokolade. Sind weitere Sorten geplant?
Um ehrlich zu sein, noch gar nicht, wobei wir schon viel probiert haben mit Pistazie und Co. Wir wollten auf die Sommersaison warten, weil wir dachten, niemand isst Eis im März oder April. Als wir Ende April dann in die Verkaufszahlen geschaut haben, war das wirklich ein Wahnsinn. Also es verkauft sich gut, trotzdem müssen die Supermärkte in den Regalen noch Platz schaffen. Online ist es schwer zu verkaufen, obwohl wir auch da Testballons starten.
Wie wichtig soll Eiscreme für den Gesamtjahresumsatz werden?
Offizielle Verkaufsstatistiken haben wir noch nicht, aber bei Rewe sind wir in fast jeder zweiten Billa-Filiale. Was uns überrascht hat: Unser Crisp n Cream (zuckerfreie Variante des Kinder Bueno, Anm.) ist ja auf Augenhöhe mit den ganz Großen. Aber in der Zeit, wo es kurz heiß geworden ist, war das Eis unser neuer Topseller.
Der Crisp n Cream hat das Riegelsegment ordentlich aufgemischt und katapultierte sich bei Markteintritt im Verkaufsranking direkt von null auf Platz drei. Welche Auswirkungen hatte das auf Ihr Unternehmen?
Crisp n Cream hat Neoh wirklich strukturell verändert. Es war unsere modernste Formel, die wir getestet haben. Eine Formel, die geschmacklich wirklich hundert Prozent dorthin kommt, wo sie hin soll. Das ist jetzt auch unser Ziel. Wir haben die Formel, wir wissen, welche Geschmäcker die Menschen mögen, da sind wir maximal kundenorientiert. Jetzt sind wir fähig, diese Champions League zu bespielen. Wenn Kunden ein Produkt gerne haben, wird es das auch bald von Neoh geben.
Das hat auch einige Kooperationspartner auf Neoh aufmerksam gemacht. Nöm, Dunkin‘ Donuts, etc.
Viele kommen proaktiv auf uns zu, wollen unsere Formel in Getränken, Fruchtgummis oder im Joghurt probieren. Es wird jetzt auch monatlich neue Produkte in Europa geben und das wirklich in allen Sektoren. Das zeigt, dass wir einen Innovationsvorsprung haben. Und um den Kreis zum Crisp n Cream zu schließen: Das war der Leuchtturm, der gezeigt hat, was alles möglich ist.
Was heißt das für das Unternehmen, wie groß ist Neoh schon?
Das sind die schönen Probleme, wenn man der Nachfrage nicht nachkommt. …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



