
Ob Fußball, Motorsport oder Skifahren: Unternehmen nutzen sportliche Ereignisse, um in deren Umfeld mittels Sponsoring für sich zu werben. Dies geschieht auch im Rahmen der 1971 gegründeten Österreichischen Sporthilfe. „Rund 90 Prozent aller österreichischen Medaillen und Top-Erfolge bei internationalen Großereignissen werden von Sportlerinnen und Sportler erzielt, die von der Sporthilfe begleitet werden oder wurden“, sagt Geschäftsführer Gernot Uhlir. Aktuell seien es rund 2.000 Athleten.
Zu Beginn fanden sich für die Behinderten-Kategorie keine Sponsoren
Seit 2012 unterstützt die Sporthilfe auch behinderte Aktive. 10 Prozent der Mittel seien dafür vorgesehen, so Uhlir, wobei jeder Sportler gleich viel ausbezahlt bekomme. Bei der Sporthilfe-Gala hätten sich am Anfang für die Behinderten-Kategorien gar keine Sponsoren gefunden, später dann nur aus Mitleid verkauft worden. Seit einigen Jahren aber ist in diesem Bereich Mastercard ein wesentlicher Sponsor.
„Wir haben zuerst klassisches Sponsoring im Rahmen der Sporthilfe-Gala betrieben“, erzählt Mastercard-Österreich-Chef Michael Brönner im KURIER-Gespräch. „Aber es geht auch um die anderen 364 Tage im Jahr.“ Daher habe man sich Anfang 2023 entschlossen, neben der Kategorie „Sportlerin des Jahres mit Behinderung“ auch als Kopfsponsor des Para-Ski-Duos Veronika und Elisabeth Aigner aufzutreten.
Zudem hat Brönner die Sports Academy ins Leben gerufen. Elf Nachwuchstalente erhalten in Workshops Coachings zu den Themen Selbstvermarktung, Markenaufbau und Social Media. Zudem gibt es Treffen mit früheren Athleten. Durch Initiativen wie die Sports Academy sollen Talente befähigt werden, sich als eigene Marken zu positionieren, was ihnen sowohl während als auch nach ihrer aktiven Karriere zugutekommt“, sagt Brönner.
Inzwischen bringt sich auch die Generali Versicherung als weiterer Sponsor in der Academy finanziell ein. Hauptsponsor der Sporthilfe sind weiterhin die Österreichischen Lotterien. Der Werbewert betrage je Sponsor ab 400.000 Euro aufwärts, so Uhlik.
Schüler helfen, um die Kosten möglichst gering zu halten
Im Rahmen der Gala seien neben den Sponsoren der 12 Preiskategorien die Tischverkäufe wesentlich, so Uhlir. Ein Tisch für 10 Personen sei von 7.900 bis zu 15.000 Euro zu bekommen. Insgesamt betrage der Umsatz des mit 1.500 Gästen größte Charitydinner des Landes eine Million Euro. Laut dem Sporthilfe-Chef wird darauf geachtet, die Kosten der Gala so gering wie möglich zu halten, sodass der Gewinn daraus jährlich steige.
So arbeite man mit Schulen zusammen, die nur gegen eine Spende die Tische eindecken und an dem Abend servieren. „Alleine damit ersparen wir uns 200.000 Euro.“ Trotz steigender Kosten von 18 Prozent in den vergangenen vier Jahren seien die Einnahmen um 48 Prozent gestiegen. Um weiterhin für Sponsoren attraktiv zu bleiben, müsse man sich ständig Neues einfallen lassen.
Uhlir zufolge bekommt auch seine Organisation die Wirtschaftskrise sowie die strengen Compliance-Regeln zu spüren. „Sie machen relativ viel kaputt. Wegen wenigen Leute, die betrügen, trifft man alle.“
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



