TGW Logistics: Roboter bald allein im Lager

Wirtschaft

Intersport, Drogeriemarkt dm, Engelbert Strauss und Zalando: Sie alle nutzen Lösungen der oberösterreichischen Firma TGW Logistics. Die Firma mit Sitz in Marchtrenk/OÖ konzipiert hochautomatisierte Logistikzentren für ihre Kunden. Roboter holen Ware aus den hohen Regalen, fahren mit hoher Geschwindigkeit im Lager von A nach B und an Sortierstationen räumen die mit KI-Software ausgestatteten Greifarme alles in den passenden Karton. „Egal ob Sie Kleidung oder Lebensmittel kaufen, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das, was sie kaufen, durch ein Stück TGW-Equipment gegangen ist“, sagt Vorstandschef Henry Puhl.

International relevant

TGW Logistics stellt die notwendigen mechatronischen Module wie Fördertechnik oder Shuttle-Roboter und die passende Software für die Lagerhäuser ihrer Kunden zur Verfügung. Dabei fokussiert sich das Unternehmen auf die Bereiche Bekleidung, Lebensmittel sowie Industrie- und Konsumgüter. TGW beschäftigt weltweit mehr als 4.600 Mitarbeiter, die Hälfte davon in Österreich. Ein laufendes Projekt ist für das britische Einzelhandelsunternehmen Marks & Spencer: TGW entwickelt hier für sie eine Intralogistik-Lösung auf 130.000 m2 für Lebensmittellagerung in Daventry, Großbritannien. Das Projekt zählt zu den größten zehn laufenden Projekten.

Licht-Aus im Lagerhaus

Auch im Bereich der Intralogistik kommt KI zum Einsatz. Sie kann etwa Waren aus ungeordneten Behältern erkennen und gezielt greifen, Lagerplätze anhand des Bestellverhaltens optimieren, oder Paletten sicher und effizient stapeln.

Beim Projekt in Daventry werden 75 bis 85 Prozent der anfallenden Arbeit automatisiert, das heißt von Robotern erledigt. Bis zum komplett menschenleeren Lager sei es nicht mehr lange: „In sechs bis zehn Jahren wird das Realität sein. Viele Prozesse sind ja bereits automatisiert, weitere werden folgen“, schätzt Puhl. Sogenannte „Lights-Out-Warehouses“ (Licht-Aus-Lagerhäuser) würden außer für Wartung und Kontrolle keine Menschen benötigen. Sorgen um massenhafte Arbeitslosigkeit sieht der TGW-Chef nicht: Es gehe nicht darum, Menschen zu verdrängen, sondern schwierige, ungesunde Arbeiten zu erleichtern. Angesichts des akuten Fachkräftemangels sei es ohnehin schwierig, Personal zu finden. Für Puhl steht fest: „Es wird alles automatisiert werden, es ist nur die Frage wann“.

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Als Schlosserei gestartet

TGW, „Transportgeräte Wels“ wurde 1969 von den beiden Freunden Ludwig Szinicz und Heinz König in Wels gegründet. Als die damalige Schlosserei ein Förderband als Auftrag entwickelte, war der erste Schritt zum Intralogistik-Unternehmen getan. TGW ist heute im Besitz von der TGW Future Privatstiftung, darf nicht verkauft werden, zwei Drittel des Gewinns müssen in das Unternehmen investiert werden. Ein Drittel wird an die Privatstiftung ausgeschüttet, davon werden mindestens 30 Prozent in gemeinnützige Projekte investiert.

TGW will den Umsatz bis 2030 auf zwei Milliarden Euro nahezu verdoppeln – von zuletzt 1,07 Milliarden Euro. Dafür soll die Belegschaft weltweit auf rund 7.000 Mitarbeiter wachsen. Für 2025/26 zeichnet sich erneut ein Wachstum ab: Umsatz und Auftragseingang legten im niedrigen zweistelligen Prozentbereich zu.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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