
Am Samstag wird in Südkorea die 16. Gwangju Biennale eröffnet. Es ist die renommierteste Kunstbiennale im ostasiatischen Raum. Die Hauptausstellung wurde heuer von Kurator, Medienkünstler und Filmemacher Ho Tzu Nyen unter den Titel „You Must Change Your Life“ gestellt. Bei den nationalen Pavillons, die dezentral seit 2018 die Schau ergänzen, ist Österreich nach 2024 zum zweiten Mal dabei. Birke Gorm hat für ihren Beitrag „the evening and the morning and the night“ das Obergeschoss des Eunam Museum of Art in einen Dachboden verwandelt.
Mit ihrem Konzept, das mehrere Stränge ihrer Arbeit verbindet, hat Gorm sich in einem von Phileas – The Austrian Office for Contemporary Art durchgeführten zweistufigen Verfahren gemeinsam mit Kuratorin Attilia Fattori Franchini unter insgesamt 35 Einreichungen für die Gestaltung des Österreich-Beitrags durchgesetzt. Bereits im Vorfeld hatte Gorm dem KURIER Einblicke in ihre Arbeitsweise gegeben, die stark auf den Umgang mit alltäglichen und ausrangierten Dingen aufbaut.
Figurative Skulpturen aus Gorms Werkserien „loaf of meat“, „huswif“, „sit-up“ und „you, you, you, you, you, you, you“ stehen im Mittelpunkt der Rauminstallation: „Diese vieldeutigen Körper – erschöpft, entschlossen, träge, stur, entspannt, schützend, abwehrend, in einer Pause oder im Streik – bestehen vorrangig aus weggeworfenen und wiederverwerteten Materialien, die in Wien und Gwangju gesammelt wurden“, heißt es in einer Aussendung. „Sie werden platziert, gestapelt oder zueinander arrangiert und koexistieren zufällig, aus eigenem Willen oder unter Zwang. So entsteht eine komplexe Topografie, die dazu einlädt, zu beobachten, zu verweilen und zu entdecken.“
Eine sich stetig wandelnde Lichtchoreografie und eine „subtile Klanglandschaft aus synthetischen und alltäglichen Klängen“ des Musikers Christian Ingemann versetzen Zeit und Raum in einen ungewissen, traumhaften Schwebezustand. Für Birke Gorm geht es nach den Eröffnungstagen in Gwangju nach Frankreich: Bei der am 19. September startenden Lyon Biennale beschäftigt sie sich in einer Installation mit der Geschichte der örtlichen Textilproduktion.
Source:: Kurier.at – Kultur



