Ryanair-Chef O’Leary: „Sleepy Stocker, we can’t wait“

Wirtschaft

Michael O’Leary, gerne provokant  formulierender Chef von Europas größter Billig-Airline Ryanair, erhöht den Druck auf die österreichische Regierung. Er fordert die Abschaffung der Luftfahrtsteuer von 12 Euro je Passagier. Die Airline könne nicht mehr abwarten bis zur Budgetrede von Finanzminister Markus Marterbauer   am 10. Juni. 
„Das ist für uns zu spät für die Fixierung des Winterflugplans. Wir haben ohnehin schon ein halbes Jahr verloren, in dem nichts passiert ist“, spielt O’Leary im Gespräch mit dem KURIER auf die letzten Termine mit ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker und SPÖ-Verkehrsminister Peter Hanke an. Das Flugprogramm der Ryanair werde im Lauf des Mai endgültig fixiert. 
O’Leary will eine Abschaffung der Abgabe, „und nicht ein Herumdoktern um einige Prozente. Wir fordern Stocker und Hanke auf, ihre gescheiterte Hochsteuerpolitik aufzugeben“. Es müsse „unbedingt etwas geschehen, um Österreich wettbewerbsfähig zu machen“. 
Der Airline-Chef bezeichnete die Politiker vor Journalisten erneut als  „sleepy Stocker“ und „hopeless Hanke“.

Wachstumsplan

Sollte die Steuer fallen, verspricht O’Leary kräftiges Wachstum an den heimischen Airports, vor allem in Wien. Der Plan, den er der Regierung vorgelegt habe, garantiere bis 2030 Investitionen von einer Milliarde US-Dollar, ein Verkehrswachstum um 70 Prozent auf 12 Millionen Passagiere insgesamt, 40 neue Routen und 300 zusätzliche Arbeitsplätze.  Obendrein stellt der Chef von Europas größter Airline (nach Passagieren gerechnet) den notleidenden Regionalflughäfen ein Wachstum von 150 Prozent auf eine Million Passagiere in Aussicht.
„Ryanair kann und will Verkehrswachstum bringen, aber nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen“. Ryanair habe bis März 2034 300 Flugzeuge MAX-10s bestellt und erwarte ein Passagierwachstum von zuletzt 208 auf 300 Millionen Fluggäste. 
Sollte die Steuer bleiben, droht O’Leary mit weiteren Kürzungen in Wien. Die Zahl der in Wien stationierten Flugzeuge wurde zuletzt von 19 auf 14 Maschinen reduziert, die Destinationen auf 73 Routen abgebaut. 
Der irische Airline-Chef  verweist auf den benachbarten Flughafen Bratislava, die Slowakei hat die Luftfahrtsteuer gestrichen. Während die Passagierzahl am Flughafen Wien im April um zehn Prozent gesunken sei, legte Bratislava um 170 Prozent zu, rechnet Andreas Gruber vor, Chef der Konzerntochter Laudamotion. Neben der Slowakei hätten noch Ungarn, Schweden, Albanien und Italien die Luftverkehrssteuer abgeschafft. 
Auch die AUA hat ihre Kapazitäten zurückgefahren und die Bundesländer urgierten bereits ebenfalls eine Abschaffung der Steuer. 
Ryanair fordert allerdings auch den Flughafen Wien auf, die Gebühren zu senken, die seit der Pandemie um 30 Prozent gestiegen seien. „Gebühren senken, anstatt ständig glänzende neue Office-Blöcke zu bauen“, ätzte O’Leary. Gruber plädiert für neuerliche Wachstumsanreize bei den Gebühren, wie bereits in den vergangenen Jahren. 
Daraus wird wohl nichts, da sich die AUA, die kaum Wachstum hat, als Home-Carrier dagegen stemmt, wie man in Luftfahrtkreisen hört. 
Die Flugsicherung müsse ebenfalls ihre Gebühren reduzieren, die nach Covid um 60 Prozent erhöht worden seien. 
Ryanair fliegt in Europa 250 Airports an. Österreich ist für O’Leary allerdings nicht einmal der wirtschaftlich schlechteste Standort – sondern immer noch Deutschland.   
Treibstoff abgesichertDie hohen Kerosinpreise machen O’Leary derzeit noch keine gröberen Sorgen, zumindest nicht für die sommerliche Hochsaison. Ryanair habe 80 Prozent des Treibstoffs mit 67 Dollar bis März 2027 gehedgt (abgesichert), der Rest werde zum Marktpreis eingekauft, der derzeit bei 155 bis 160 Dollar je Barrel (159 Liter) …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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