AUA-Chefin Annette Mann: „Das Rot gehört zu unserem Markenkern“

Wirtschaft

Mit der jetzigen Regierung tue sie sich wesentlich leichter als mit dem schwarz-grünen Vorgänger-Kabinett, gesteht die Top-Managerin.

KURIER: Wird Fliegen angesichts der durch die Nahostkrise gestiegenen Kerosinpreise bald viel teurer? Der Luftverkehrsverband warnt vor Engpässen im Sommer.

Annette Mann: Der Kerosinpreis hat sich in den letzten Wochen verdoppelt. Kerosin macht aber jetzt schon zwischen 25 und 30 Prozent unserer Kosten aus. Wenn man gleichzeitig weiß, dass wir im letzten Jahr drei Prozent Gewinnspanne hatten, dann erklärt sich sehr schnell, warum wir Preiserhöhungen brauchen.

Ist es denkbar, dass sich der Preis eines für den Sommer gebuchten Flugs nachträglich erhöht?

Der Preis ist fix, wenn bei uns direkt ein Ticket gekauft wurde. Bei einer Pauschalreise eines Veranstalters gibt es die Möglichkeit einer Nachverrechnung.

Könnte es Flugabsagen geben, weil sich Flüge nicht mehr rechnen?

Beim AUA-Sommerflugplan gehe ich nicht davon aus. Wir schauen uns aber sehr genau den nächsten Winter an, wo wir immer eine schwächere Zeit haben.

Warum verlangen Lufthansa und AUA demnächst für Handgepäck 15 Euro – genauso wie Billig-Airlines?

In Österreich kennt man die AUA und weiß, was man bekommt. Aber 75 Prozent unserer Tickets werden auf internationalen Buchungsportalen verkauft. Da können wir preislich nicht mithalten mit Billig-Airlines, wo aber weniger drin ist. Das ist, wie wenn Sie ein Hotel buchen, es aber nicht klar ist, ob der Spa inkludiert ist. Die bisherigen AUA-Tarife „Light, Classic, Flex“ bleiben, da ist der Rollkoffer dabei. Und nun gibt es ein zusätzliches, günstiges Angebot, wo er nicht dabei ist. Damit wollen wir auch das Problem mit zu viel Handgepäck in der Kabine in den Griff kriegen, das ja auch viele Kunden verärgert.

  Whistleblower enttarnt: Österreichische Firma kündigt Mitarbeiter

Ist der Kunde noch König?

Ja. Wir haben 15 Millionen Gäste im Jahr und bekommen viele positive Rückmeldungen.

Aber was unterscheidet die AUA noch von einer Billig-Fluglinie?

Wir sind ein Vollsortimenter und haben für alle etwas im Angebot. Außerdem fliegen wir im Gegensatz zu den Low Cost-Carriern Langstrecke und haben selbst in der Kurzstrecke Businessclass. Wir können und wollen auch nicht einfach weg, wenn es vielleicht einmal nicht so gut läuft. Die AUA erneuert gerade ihre gesamte Langstreckenflotte und stockt auf 12 Flieger auf. Alle „Dreamliner“, die neueste Boeing 787, bekommen Starlinks (Internet aus dem Weltraum).

Ryan Air-Chef O’Leary hat der österreichischen Regierung mit Anfang Mai ein Ultimatum zur Abschaffung der Flugabgabe von 12 Euro pro Person gesetzt. Bleibt sie, will er nicht wie angekündigt zehn neue Flieger in Wien stationieren. Wie stehen Sie dazu?

Wenn ein Airbus 320 abhebt, zahlen wir circa 24 Euro Steuern und Gebühren pro Passagier. Der europäische Schnitt ist 13 €, und in Spanien, das sehr viel für den Luftverkehr getan hat, 4,40 €.

Worauf müssten diese Kosten zumindest sinken?

Wir sind darüber in Gesprächen. Ich muss schon sagen, dass die jetzige Bundesregierung ein ganz anderer Ansprechpartner ist als die davor.

Mit der grünen Verkehrsministerin Gewessler war es nicht so einfach?

Auch mit ihr hatte ich einen sehr respektvollen Dialog. Aber wenig überraschend war sie nicht die größte Förderin des Flugverkehrs. Diese Regierung sieht das wieder ganzheitlicher. Ob ein Standort boomt, hat ja einen ganz engen Zusammenhang mit einer guten Anbindung. Bestes Beispiel dafür …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.