Warum die Emirate Israels „Iron Dome“ nutzen dürfen

Politik

Trotz Waffenstillstand schreckten am Montagabend Alarmsirenen die Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) auf. Drei von vier iranischen Raketen wurden im Anflug abgeschossen, die vierte landete im Meer. Für die Menschen fast schon Gewohnheit: Im Krieg, den die USA und Israel gegen den Iran führen, wurden bisher über 2.200 iranische Raketen und Drohnen auf Dubai und Umgebung gefeuert. Doch waren die Abschüsse diesmal eine Sensation: Der iranische Angriff wurde von israelischen Waffen und israelischen Soldaten abgewehrt. 

Noch vor einem Jahrzehnt galt das als unmöglich. Doch 2020 normalisierte das Abraham-Bündnis die Beziehungen zwischen Israel und den VAE und weitete sich auf weitere Länder in der Region aus. Von Anfang an waren die gemeinsam gesetzten Ziele nicht allein politisch, sondern auch militärisch. Schließlich haben alle einen gemeinsamen Feind: den Iran.

Zusammenarbeit der Rüstungskonzerne

Das Mullah-Regime strebt offen und aggressiv die Vorherrschaft in der Region an. Mit Hilfe von Proxys, den verbündeten Milizen in den Anrainer-Staaten, wuchs die iranische Bedrohung zur Gefahr für alle. Mit Hilfe der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah über die Hamas im Gazastreifen bis zu den Huthis im Jemen – kein Staat in Nahost war sicher vor Angriffen der Iran-Verbündeten. Sie richteten sich vor allem gegen die Ölstaaten. Schon 2015 schlugen Huthi-Raketen in Saudi-Arabien ein.

Das regionale Bündnis umfasste bald mehr als seine offiziellen Unterzeichner. In den vergangenen Jahren wurden gemeinsame Manöver, Aufklärungskooperation und Waffenlieferungen nicht an die große Glocke gehängt. Jetzt melden die Medien diese Zusammenarbeit, ohne dass dies jemand peinlich sein muss. Mehr noch: Bereits im Vorjahr soll das Luftabwehrsystem „Iron Dome“ zum Schutz einer Messe für Kommunikationssysteme in Dubai im Einsatz gewesen sein. 

  Waffenruhe gefährdet: Iran und USA auf Eskalationskurs

Dubais Polizeichef Muchammad Nasr Rasuki wusste bereits im März: „Diese Partnerschaft stärkt unsere Abwehrbereitschaft und Sicherheit.“ Mittlerweile besteht eine Zusammenarbeit zwischen dem Rüstungskonzern der Emirate, EDGE, und dem israelischen Luftfahrtkonzern IAI. Sie wollen gemeinsam ein Abwehrsystem gegen Drohnen entwickeln. KI soll dabei Ortung wie Abschuss steuern. Jüngst erwies sich eine früher unterschätzte Drohne wieder als gefährlichste Waffe: Sie durchbrach die Luftabwehr und setzte eine Ölanlage in Fudschaira in Brand.

Alles läuft über USA 

Israels aktuelle Luftangriffe gegen den Iran über 2.000 Kilometer hinweg wären ohne Frühaufklärung und Kooperation mit den Anrainerstaaten undenkbar. Im CENTCOM, dem für Nahost zuständigen Zentralkommando der US-Armee, laufen die Fäden zusammen.

Die Financial Times berichtete am Montag, Israel habe auch seine neueste Laser-Waffe gegen Drohnen, Iron Beam, in die VAE ausgeführt. Die Kurzstrecken-Abwehrsysteme Barak 8 und Spyder haben die VAE bereits vor einiger Zeit gekauft. Sie ergänzen das THAAD-Luftabwehrsystem aus den USA und das südkoreanische Cheongung II.

Für den Iran wird es enger. „Die VAE werden zum Spielball Israels“, tönt es daher aufgebracht aus Teheran. Wo aber die Führung offensichtlich uneins ist. So kam es sogar zu einem verzweifelt wirkenden Versuch, den USA die Angriffe vom Montag zuzuschieben. 

Israels Luftabwehrsysteme sind mittlerweile auch in anderen Anrainerstaaten zu finden, von Zypern über Aserbaidschan bis Bahrain. Sie alle wurden im letzten Krieg aus dem Iran beschossen. Das Netz aus Proxy-Milizen lenkt nicht mehr von der Spinne in Teheran ab, jetzt ist auch der Iran umzingelt.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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