Das Gehaltsplus fällt in Österreich 2026 geringer aus als erwartet

Wirtschaft

Prognostiziert war ein Gehaltsplus von 3,3 Prozent in Österreich. Geworden sind es 2,4 Prozent. Der Unternehmensberater Kienbaum bittet hunderte Unternehmen im DACH-Raum jährlich im Herbst um ihre Einschätzung, wie stark Gehälter im kommenden Jahr steigen werden. Ein paar Monate später gibt es den Faktencheck. Die Praxis zeigt: Anpassungen fallen meist moderater aus als erwartet. So auch im Jahr 2026.

0,9 Prozentpunkte weniger

Die Abweichung zwischen der Prognose und dem letztlich angepassten Gehalt liegt in Österreich bei knapp einem Prozentpunkt. „Die zurückhaltende wirtschaftliche Gesamtlage im privaten und öffentlichen Bereich und die anhaltenden Krisenherde drücken deutlich auf die tatsächlichen Gehaltsanpassungen“, ordnet Kienbaum-Manager David Jaksch ein.

Der Effekt zieht sich durch alle Hierarchieebenen. Für das Top-Management gab es statt 2,9 Prozent nur ein Plus von zwei Prozent, im mittleren Management wurden die prognostizierten 3,1 Prozent zu 2,2 Prozent und Fachkräfte bekamen statt 3,3 Prozent nur 2,4 Prozent. Je schlechter das Geschäftsjahr gelaufen ist, desto sparsamer blieben Firmen bei den Gehältern. Gehaltsanpassungen werden also nicht nur geplant, heißt es im Kienbaum-Bericht, sondern stärker an die wirtschaftliche Lage und Prioritäten ausgerichtet.

Auf der Bremse standen Unternehmen auch bei der variablen Vergütung. Selbst wenn das Unternehmen über den Erwartungen performte, wurde nicht automatisch ein hoher Bonus ausgezahlt – nur ein Drittel zeigte sich bei gutem Erfolg spendabel.

Mehr Entgeltgleichheit

Während die meisten Ergebnisse für Österreich, Deutschland und Schweiz sehr ähnlich ausfallen, klaffen sie in einem Punkt auseinander: bei der Reduktion des Gender-Pay-Gaps.

Denn bis 7. Juni muss die EU-Richtlinie für Entgelttransparenz in nationales Recht umgesetzt sein. Somit ist die aktuelle Gehaltsrunde eine Möglichkeit, vor diesem Stichtag die Lohnlücke gezielt zu verringern. Auf der Agenda haben das in Deutschland aber nur 33 Prozent, in der Schweiz überhaupt nur 27 Prozent der Unternehmen – in diesen beiden Ländern wurde Wert seit der Prognose sogar um einige Prozentpunkte heruntergeschraubt. 

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Österreich aber geht mit positivem Beispiel voran. Für 48 Prozent der Unternehmen spielte die Verringerung des Gender-Pay-Gaps bei der Gehaltsrunde eine wichtige Rolle. Neun Prozent des Budgets für Gehaltsanpassungen flossen in die Reduktion der Lücke. Wie das konkret gemacht wurde? Indem die Gehälter von einzelnen Frauen angehoben wurden.

Wenige Berufseinsteiger

Zuletzt zeigt die Befragung, dass der Arbeitsmarkt sich momentan etwas zu entspannen scheint. 55 Prozent der Unternehmen geben an, Stellen wieder leichter als im Vorjahr besetzen zu können. Herausfordernd ist die Situation aber für junge Berufstätige: Ein Drittel der befragten Unternehmen gibt an, dass die Anzahl eingestellter Berufseinsteiger gesunken ist. 

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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