TMW-Chef: „Wenn man sparen will, führt das zur Personalreduktion“

Kultur

Der Vertrag von Peter Aufreiter als Chef des Technischen Museums Wien (TMW) begann mit Jänner 2020 – unmittelbar vor Ausbruch der Pandemie. Damals war der Linzer, Jahrgang 1974, der Benjamin unter den Direktoren der Bundesmuseen. Bald ist er der Längstdienende. Denn praktisch alle Institutionen haben mittlerweile neue Leitungen: das NHM und KHM, die Albertina, das MAK, das mumok, die ÖNB – und ab 2027 hat auch das Belvedere eine neue Direktorin.

KURIER: Kulturminister Andreas Babler von der SPÖ nimmt das Sparen sehr ernst, daher verzögern sich die Bauprojekte mehrerer Museen. Das Belvedere wird daher so bald kein Besucherzentrum bekommen. Da geht es Ihnen besser. Denn Sie haben ein relativ neues Museum übernommen.

Peter Aufreiter: Naja, etwas neuer. Das TMW wurde in den 1990ern saniert. Ehrlich gesagt, hätte auch ich gerne einen neuen Eingang. Denn der damals errichtete Glaskobel entwickelt im Sommer eine schöne Hitze. Ihn würde man heute nicht mehr so bauen. Auch manche Dauerausstellung ist mittlerweile über 20 Jahre alt.

Ich dachte, dass sie fortlaufend modernisiert werden. Ganz neu ist doch die Dauerausstellung „Wissenschaft im Wandel“ …

Richtig. Vor fünf Jahren sind wir drei Ausstellungen angegangen, darunter eine zum Klimawandel, die wir 2023 eröffnet haben. Letztes Jahr folgten die „Materialwelten“, eine Weiterentwicklung der Ausstellung über die Schwerindustrie und Metallverarbeitung mit dem großen Tiegel der VOEST: Jetzt behandeln wir 13 Materialien, es gibt u. a. die Silizium- und die Glasinsel, die Kunststoff- und die Kohlenstoffinsel. Und der letzte Teil dieser Neuaufstellungstrilogie wurde am 22. April eröffnet.

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Er beginnt in der Steinzeit.

Ja. Irgendwann wollte jemand wissen, wie weit ist der Weg und wie lange brauche ich, bis ich dort bin. Wir skizzieren die Entwicklung auf 800 m2 bis zur Quantenphysik. In anderen Bereichen gibt es sukzessive Erneuerungen, in der Ausstellung über die Alltagstechnik zum Beispiel haben wir jetzt das Kapitel Prothetik neu gemacht, nun folgt die Beleuchtung in der Stadt, dann kommen die Baustoffe dran – und die Vermessung des Menschen, die unbedingt überholungswürdig ist.

Sie war den Nazis wichtig …

Ja, die alte Ausstellung hat mit der Vermessung der „Rassen“, wie man es damals genannt hat, aufgehört. Heutzutage geht es aber in erster Linie um Sicherheit, Überwachung, das Sperren des Handys mit Gesichtserkennung etc. Dafür gibt es aber kein Eröffnungsdatum, wir gestalten zehn Laufmeter um zehn Laufmeter neu.

Und das nächste große Highlight ist die Raumfahrt?

2027 steht in ihrem Zeichen. Wir haben eben noch keinen Dauerausstellungsbereich, der dem Space gewidmet ist. Wir lösen daher eine an sich schöne Mitmach-Ausstellung zum Thema Bewegung auf und schaffen dort einen 800 m2 große Ausstellung, die meiner Meinung nach toll konzipiert ist: Man startet auf der Erde und bewegt sich allmählich zum Orbit, zum Mond, zum Mars und so weiter – und schaut immer wieder zurück.

Eine NASA-Raketenkapsel wie in Washington …

… haben wir natürlich nicht. Aber wir werden interessante Objekte herzeigen, darunter einige von „unserem“ Astronauten Franz Viehböck. Und es gibt hierzulande einige in der Raumfahrt engagierte Unternehmen, jeder ESA-Satellit zum Beispiel hat österreichische Technik mit an Bord. Also: Es wird durchaus ein österreichischer Blick auf die Raumfahrt sein.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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