Bundesforste: 50 Prozent Schadholz ist das „neue Normal“

Wirtschaft

Das Ausbleiben großflächiger Wetterextreme und Stürme führte im Vorjahr zu deutlich geringeren Baumschäden, was sich positiv auf die Waldschadensbilanz der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) auswirkte.

Konkret sank der Schadholzanteil bei der Erntemenge von 75 Prozent im Jahr 2024 auf 50 Prozent. „Wir haben deutlich weniger Holz ernten müssen“, sagt Bundesforste-Vorstand Andreas Gruber. Die Erntemenge sank um zehn Prozent auf 1,8 Millionen Erntefestmeter. Im laufenden Jahr sei der Schadholzanteil bisher mit nur zehn Prozent sogar so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr. 

Doch die vorübergehende Verschnaufpause für den Wald kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Schäden wegen des Klimawandels stetig zunehmen. Zum Vergleich: In den 1980er- und 1990er-Jahren lag der Schadholzanteil knapp unter 30 Prozent. Ein Anteil von 50 Prozent wie im Vorjahr sei das „neue Normal“, meint Gruber. „Der Klimawandel ist und bleibt die größte Herausforderung“, betont ÖBf-Vorstandssprecher Georg Schöppl, beim Waldumbau „müssen wir daher das Tempo weiter erhöhen.“

Für einen klimafitteren Wald wollen die Bundesforste etwa den Fichtenanteil von 60 auf 40 Prozent senken und dafür mehr Lärchen, Tannen und Eichen pflanzen. Um das Quotenziel zu erreichen, dauere es mindestens 60 Jahre, so Schöppl. Zur Beschleunigung des Waldumbau s soll ein eigenes Wald-Klima-Konto eingerichtet werden.

Durchwachsene Bilanz 2025

Wegen der geringeren Holzmenge ging die Betriebsleistung der ÖBf-Gruppe im Vorjahr von 372 auf 341 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) sank von 49,5 Mio. Euro auf 42,9 Mio. Euro, war aber immer noch das viertbeste in der Unternehmensgeschichte. Gründe für den Gewinnrückgang waren auch niedrigere Strompreise. 

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Die Bundesforste betreiben neun Wasserkraftwerke, zwei Windparks und ein Biomassekraftwerk. Die erzeugte „grüne“ Energie kann rund 97.100 Haushalte versorgen. Bis 2030 sind fünf weitere Energie-Projekte um 140 Mio. Euro geplant, vor allem Windkraftanlagen in Oberösterreich und der Steiermark (Pretul).

Immobilien liefern größten Gewinnbeitrag

Den größten Gewinnbeitrag lieferte das stark wachsende Immobilien- und Tourismusgeschäft. Mit 4.150 Gebäuden – „von der Jagdhütte bis zum Schloss Eckartsau“ – sind die Bundesforste einer der größten heimischen Immobilienbewirtschafter. Die Erträge stammen zum überwiegenden Teil aus Vermietungen, Verpachtungen und Baurechtsverträgen. „Wo immer möglich, entwickeln und bewirtschaften wir unsere Immobilien selbst“, erläutert Schöppl. In den nächsten fünf Jahren sind weitere Investitionen von rund 50 Mio. Euro geplant.

Weit weg vom Wald?

Auf die Frage, ob sich die Bundesforste mit ihren Nebengeschäften nicht schon zu weit vom Kerngeschäft Wald entfernen, stellt Schöppl klar: „Der Wald, ein Drittel davon ist Schutzwald, ist und bleibt unser Kerngeschäft“. 90 Prozent der 1.062 Mitarbeiter würden für und im Wald arbeiten. Das Immobilien- und Energiegeschäft würde dazu dienen, diese Kernaufgabe aus eigener Kraft zu stemmen. „Schon etwas mehr als ein Fünftel des EBT ist auf die Investitionen in diese Bereiche zurückzuführen, sie machen sich damit klar bezahlt“, so der ÖBf-Chef.

Die im Staatsbesitz befindliche Bundesforste AG ist der größte Grundbesitzer in Österreich und verwaltet zehn Prozent der Staatsfläche, darunter 74 der größeren Seen und 15 Prozent der Waldfläche. 1997 wurden die Bundesforste aus dem Bundesbudget ausgegliedert. Jährlich wird an den Staat eine Dividende von 10 Mio. Euro und ein Fruchtgenussentgelt von 13,2 Mio. Euro ausgeschüttet.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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