Versöhnung in Manhattan: Als sich Prohaska und Herzog beim Lipizzaner trafen

Sport

Als Fußball-Chefanalytiker des ORF durfte Herbert Prohaska, 70, wählen: Dienstantritt um 3.30 Uhr im Studio am Küniglberg oder vor Ort-Einsatz in den USA? Der 2004 zu Österreichs Jahrhundertfußballer gewählte entschied sich im Gegensatz zu Andreas Herzog, 57, für die gelegentliche Wiener Morgenvariante. 

Allein schon in Erinnerung an die WM’94, als Prohaska in Florida bei einer High-Noon-Partie bereits am Weg ins Stadion mehr geschwitzt hatte als einst oft als Spieler-Genius.

Spionage in den USA

1994 war Prohaska als Teamchef mäßig begeistert zur US-WM gedüst. Zumal es galt, EM-Quali-Gegner Irland zu beobachten. Herzog indes besuchte urlaubend und daumendrückend für seine norwegischen Freunde Rune Bratseth und Jan Age Fjörtoft die USA.

Wenige Wochen davor war Herzog mit Bremen (und Bratseth) in Berlin deutscher Pokalsieger und … danach von Prohaska aus dem Nationalteam geworfen worden.

Herzog hatte nach dem Cupfinaltriumph den Flug nach Wien verpasst, sich ins Auto gesetzt und verabsäumt, sein verspätetes Kommen zum Team vor dem Polen-Länderspiel (trotz dreier Tore von Peter Stöger 3:4) telefonisch zu entschuldigen.

Auf ein Schnitzel beim Lipizzaner

Was in Wien unterblieben war, gelang nach dem Motto „mit dem Reden kommen d’Leut’ z’samm’“ problemlos in New York: Die Versöhnung. Im damals von einem Österreicher geführten In-Lokal Lipizzaner in Manhattan plauderten Prohaska und Herzog in Beisein von zwei Journalistenkollegen und mir so, als hätte es nie dicke Luft gegeben.

Die Schnitzel in N.Y. waren noch nicht serviert, als ein bekannter Landsmann das Lokal betrat und beim Anblick der Wiener Gäst’ fragte: „Wieso seid denn ihr hier?“ Die Antwort „Wegen der Fußball-WM“ überraschte den Fragesteller noch mehr, reagierte der doch kopfschüttelnd mit den Worten: „Aber geht’s, Fußball interessiert doch heute kaan Menschen mehr?“ Besagter Fußball-Ignorant war Jörg Haider.

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Der selbe, …

… der ein Jahrzehnt später als Landeshauptmann auch Präsident des FC Kärnten wurde;

… der zu Gunsten des Klagenfurter Fußballs dem SV Pasching dessen Erstliga-Lizenz abkaufen und …

… der die Wörthersee-Arena bauen ließ. Andernfalls hätte die UEFA Österreich die EM 2008 weggenommen.

Statt der geplanten 50 kostete Haiders 30.000-er Stadion 90 Millionen Euro. Die Geldgeber Hypo-Bank in Wahrheit gar nicht beisteuern durfte. Aber das ist eine andere Geschichte..

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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