
Klarheit ist generell im Leben wichtig. So auch im Berufsleben, wo Fußballer auch gerne ihre Klarheit in Hinblick auf ihre Zukunft haben wollen. Mit der Vertragsverlängerung von Ralf Rangnick als Teamchef wissen die Spieler Bescheid, sie haben die Entscheidung mit Wohlwollen aufgenommen. Es geht nicht darum, dass sich Spieler sicher fühlen, sondern vielmehr zu wissen, dass Bewährtes weitergeht. Denn mit einem neuen Teamchef wären auch neue Vorstellungen auf sie zugekommen.
Druckmittel große Vereine
Ab sofort können sich alle auf das erste WM-Spiel gegen Jordanien konzentrieren. Es hat mich allerdings schon ein wenig gewundert, dass die Causa so lange gedauert hat. Rangnick ist seit einiger Zeit im Geschäft, wenn solche Dinge wie AC Milan aufpoppen, dann hat man natürlich mit dieser Alternative ein gewisses Druckmittel in der Hand – ein absolutes Verhandlungsgeschick des Teamchefs. Was auffällt: Große Vereine wie Bayern, Dortmund oder Milan kamen bei ihm zuletzt immer dann ins Spiel, wenn es um den Vertrag oder die Verlängerung geht. Wichtig ist vielmehr für uns Österreicher, dass er unterschrieben hat.
Nun herrscht diesbezüglich Ruhe, die WM kann für Österreich beginnen. Auftaktspiele sind für keine Nation leicht, die Schweiz ist das jüngste und beste Beispiel. Wir haben von den möglichen Gegnern das beste Anfangslos mit Jordanien bekommen. Auf dem Papier ist es als schwächstes Team der Gruppe einzuschätzen, das allerdings jeder Nation Probleme bereiten kann. Unser Anspruch muss sein, dass wir diese Hürde nehmen.
Kalajdzic mit Arnautovic
Ich erwarte Jordanien tendenziell defensiv. In solchen Spielen haben wir uns schwergetan in der Vergangenheit, zuletzt aber sehr wohl bewiesen, dass wir spielerische Lösungen finden können. Für diese Partie kann ich mir sehr gut eine Doppelspitze vorstellen, um viele Spieler in der Box zu haben. Sasa Kalajdzic würde ich immer spielen lassen, in diesem Fall Marko Arnautovic auch, weil sich beide im engsten Raum zurechtfinden und entscheidende Dinge machen können. Kalajdzic befindet sich derzeit in einer extrem guten Verfassung. Gerade bei einem Auftaktgegner wie Jordanien sollten daher meiner Meinung nach beide spielen, Kalajdzic vielleicht aber auch auf der Zehner-Position, Marko als Solospitze. Weil man bei so einem Gegner viel Bewegung im Spiel braucht, könnten die beiden teilweise hintereinander oder nebeneinander agieren.
Die fehlende Spielpraxis bei David Alaba fällt in diesem Spiel vielleicht nicht so ins Gewicht, da Jordanien uns hoffentlich nicht so sehr in der Defensive beschäftigen wird.
Umgekehrt könnte sich David mit seinen linienbrechenden Pässen einschalten und den Aufbau dirigieren.
Sollte die Partie zu einem Geduldsspiel werden, dann können wir mit einem Michael Gregoritsch immer noch nachlegen. Ihn werden wir auf alle Fälle brauchen im Laufe der WM, ebenso wie den zuletzt starken Stefan Posch über die rechte Seite. Dort hat er viele Akzente gesetzt und bei Standards immer wieder für Gefahr gesorgt.
Der 70-fache Teamspieler Marc Janko ist als Fußball-Experte für ServusTV bei der WM im Einsatz. Er kommentiert während der WM für den KURIER vor allem das Geschehen rund um das ÖFB-Team.
Source:: Kurier.at – Sport



