Österreich bei der WM: Sieben Erkenntnisse nach sechs Toren

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Ende gut, bei Weitem nicht alles gut nach dem 3:3 gegen Algerien und dem Aufstieg ins Sechzehntelfinale. Nach den drei Spielen in der Gruppenphase ist das österreichische Nationalteam um einige Erkenntnisse reicher.

Diese gilt es nicht nur zu analysieren, sondern auch positiv umzusetzen am Donnerstag (21 Uhr) in Los Angeles gegen Spanien.

Keine Ruhe am Ball 

Österreichs Spiel lebt in der Ära Rangnick von Balleroberungen und Umschaltmomenten. Der Ballbesitz sollte den Aufwand davor aber auch wert sein. Auffallend war vor allem gegen Algerien, wie leichtfertig man, endlich in Ballbesitz gekommen, damit umging und den Ball wie Xaver Schlager, Seiwald oder Laimer aus dem Zentrum sehr oft sehr schnell wieder verlor. Auch deshalb brachte Rangnick zur Pause Grillitsch und Wanner, also Spieler, die für Ruhe am Ball bekannt sind. Wie wird der Teamchef diesen Spagat am Donnerstag gegen stärkere Spanier hinbekommen?

Körperliche Strapazen

Marcel Sabitzer gestand offen ein, dass die Mannschaft im Finish körperlich und mental platt war. Vielleicht lag es nur am drückenden Klima von Kansas City, das trotz später Anpfiffzeit herrschte. Österreich wirkte jedenfalls stehend k. o., auch weil man im Spiel eben den besagten verschenkten Bällen wieder hinterherlief.

Psychische Belastung

Das Team wirkte in einigen Phasen verunsichert und nicht stabil genug. Vielleicht schlich aus den Hinterköpfen die Erinnerung an das EM-Aus gegen die Türkei hervor. Im Stadion gab es im Finale der Partie das Gefühl, dass Österreich nicht nur viel zu passiv, sondern auch ängstlich agierte.

Defensivverhalten

Erschreckend war beim 3:3, wie leicht Algerien zu den drei Treffern gelangte. Torschütze Mahrez gab sogar zu, vor seinem späten Tor zum 3:2 gar nicht mit einer Chance gerechnet zu haben. Weil sich Österreich allerdings dermaßen naiv anstellte, kam Algerien in den Genuss eines Treffers, auf den man gar nicht aus war. In vielen Situationen passte bei den Österreichern in der Defensive die Abstimmung nicht, oft wirkte man auch im Kopf zu langsam, um die richtige Reaktion zu zeigen und auf Situationen schnell zu reagieren.

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Gegen Spanien muss man am Donnerstag jedenfalls hellwach sein.

Einzelaktionen

Österreichs Treffer resultierten in der Gruppenphase aus Einzelaktionen. Romano Schmid traf beeindruckend gegen Jordanien, die zwei anderen Tore fielen aus einem Eckball und einem Elfmeter. Gegen Algerien bewiesen Alaba und Arnautovic beim ersten Tor ihre Klasse, Laimer und Sabitzer beim zweiten, Kalajdzic und Gregoritsch beim dritten. Es fehlt das Erzwingen von Torchancen, das aus dem kollektiven Vorgehen resultiert.

Naivität

Teamchef Rangnick verzichtet weitestgehend auf Spieler aus der österreichischen Bundesliga und setzt auf Kicker, die bei durchaus namhaften Vereinen bis hin zu Real Madrid, Bayern oder Dortmund engagiert sind.

Und dennoch stellte man sich im Finish der Algerien-Partie an wie eine Schülermannschaft, der man erklären muss, worum es geht. Selbst Sabitzer gestand naives Verhalten ein: „Das war unseriös.“ Man habe sich einlullen lassen vom Spiel des Gegners – und wurde noch inaktiver.

Viele Wechsel

Ralf Rangnick hält in seiner Ära als ÖFB-Teamchef an einem Stamm fest, selbst bei der jeweiligen Startelf scheut er große Experimente oder zu viele Wechsel auf einmal. Bei der WM ist er zu Positionswechseln gezwungen, weil ein paar Spieler seit Beginn der Reise immer wieder angeschlagen, nicht zu 100 Prozent …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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