
Israels Armee hat in Syrien nach dortigen Angaben Ziele in der südlichen Provinz Daraa angegriffen. Die staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete, Israels Armee sei mit mehreren Militärfahrzeugen in den Ort Abdin eingefahren. Bewohner hätten Straßen blockiert und Steine geworfen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, nach der Konfrontation habe Israel das Gebiet beschossen, woraufhin mehrere Familien geflohen seien.
Die israelische Armee teilte am Sonntag mit, sie habe am Samstag „mehrere bewaffnete Terroristen“ im südlichen Syrien getötet. Die Armee werde dort weiter im Einsatz bleiben, um jegliche Bedrohung für israelische Zivilisten und israelische Soldaten zu beseitigen. Zu den Vorfällen in Abdin am Sonntagabend äußerte sich die Armee zunächst nicht.
Ein Anrainer sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag, israelische Soldaten hätten einen Kontrollpunkt am Ortseingang von Abdin errichtet und Bewohner teils durchsucht. Er bestätigte, dass die Bewohner daraufhin die Straße blockiert und Steine geworfen hätten. Die Soldaten seien am späten Abend abgezogen, dann sei der Ort angegriffen worden. Einige Familien seien in Panik geflohen. Inzwischen habe sich die Lage wieder beruhigt.
Syrische Berichte von Angriffen mit Artillerie und Mörsern
Die Gegend sei „ständig Ziel von Angriffen“ Israels, darunter mit Artillerie, Mörsern und Maschinengewehren, berichtete die Staatsagentur SANA. Israelische Soldaten würden in Daraa auch militärische Kontrollpunkte errichten, Häuser durchsuchen und Anrainer befragen. Diese seien durch das israelische Vorgehen eingeschränkt in ihrer Bewegung und bei ihrer Arbeit in der Landwirtschaft.
In Syrien war Ende 2024 der langjährige Machthaber Bashar al-Assad gestürzt worden. Seitdem hat Israels Armee die Einsätze im südlichen Syrien deutlich ausgeweitet. Israel hatte ein Deeskalationsabkommen beider Länder von 1974 nach dem Sturz Assads für nichtig erklärt und nach dem Umbruch in Syrien auch Hunderte Ziele in dem Nachbarland bombardiert.
Laut Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu soll die Armee in der Region mögliche Angriffe auf israelisches Gebiet verhindern und auch die religiöse Minderheit der Drusen schützen, die als Verbündete Israels gelten. Syrien betrachtet das Vorgehen dagegen als völkerrechtswidrige Besetzung seines Hoheitsgebiets.
Israel hat Sorge, dass mit dem Iran verbündete Gruppen im strategisch wichtigen Gebiet nahe den Golanhöhen erstarken könnten. Die völkerrechtlich zu Syrien gehörenden Golanhöhen wurden im Sechstagekrieg 1967 von Israel besetzt und 1981 annektiert.
Source:: Kurier.at – Politik



