
Jedes Duell hat seine Geschichte und seine Geschichten. Vor dem Spiel gegen Algerien wurde auf das Jahr 1982 verwiesen, als Österreich bei der WM in Spanien mit der „Schande von Gijon“ Algerien heimschickte.
Nun trifft das ÖFB-Team im Sechzehntelfinale am Donnerstag (21 Uhr MESZ/ServusTV) in Los Angeles auf Spanien, und plötzlich werden andere Kisten aufgemacht und alte Erzählungen vorgelesen.
Erinnerungen an den Goleador
Iberische Medien berichten davon, dass Spanien auf die Enkelsöhne von Hansi Krankl trifft, dabei hat dieser bei Weitem nicht so viele. Der Goleador traf bei der WM 1978 in Argentinien in der Gruppenphase gegen Spanien beim 2:1-Sieg. Danach ging er für Barcelona auf Torejagd und besitzt im spanischen Fußball immer noch einen Namen.
Thema bei den Spaniern sind darüber hinaus Sasa Kalajdzic („Ein Held ohne Knie“), David Alaba aufgrund seiner Karriere bei Real Madrid und auch Teamchef Ralf Rangnick.
Die Marca erzählt dabei eine Geschichte von Barcelona-Präsident Joan Laporta, der zu Protokoll gab, dass Rangnick es war, der ihm Hansi Flick als Trainer wärmstens empfohlen hätte. Und Laporta gehorchte dem Deutschen und holte den anderen Deutschen.
Rangnick sei in Spanien zwar nicht für Titel bekannt, doch für den Stil, den er mit seinen Mannschaften seit geraumer Zeit pflegt.
Nicht überzeugt
Spanien hat in der Vorrunde nicht überzeugt, zum Auftakt beim 0:0 gegen Kap Verde sogar richtig enttäuscht. Und dennoch beginnt für den Titelmitfavoriten das Turnier erst so richtig mit der K.-o.-Runde.
Probleme hat Teamchef Luis de la Fuente auf den Außenbahnen, wo wichtige Spieler wie Nico Williams und Yeremi verletzt ausfallen.
In den drei Gruppenspielen hat der Trainer die Startelf immer wieder verändert, insgesamt 16 Spieler starten lassen. Damit zählt Spanien zu den experimentierfreudigen Nationen der Vorrunde.
Die spanische Abwehr steht im Großen und Ganzen, auch das zentrale Mittelfeld mit den Motoren Rodri und Pedri ist für den Teamchef unantastbar. Nur beim dritten Mann scheint er sich noch nicht sicher zu sein, wechselte zwischen Fabian Ruiz, bisher unantastbar, Olmo und Merino.
Der Schlüssel Schlaf
Superstar Lamine Yamal kommt nach seinen körperlichen Problemen in Schwung und hat schöne Erinnerungen an das beeindruckende SoFi-Stadium von Los Angeles: Vor genau drei Jahren wurde er von Barcelona-Coach Xavi bei einem Spiel im Rahmen der US-Tournee gegen Arsenal im Finish eingewechselt.
Teamchef De la Fuente sieht nicht nur Österreich als kommenden Gegner, sondern auch die Schlaflosigkeit als Gefahr für seine Spieler. „Die Regeneration ist das unsichtbare Training, mit dem man den Titel gewinnen kann.“ Klingt philosophisch, ist aber eine realistische Einschätzung. Im Traum möchte Spanien Weltmeister werden.
Nach dem letzten Gruppenspiel gegen Uruguay im mexikanischen Guadalajara flog Spanien zurück ins Hauptquartier nach Chattanooga, Tennessee. Von dort macht man sich nun auf den Weg nach Los Angeles.
„Das viele Reisen, die verschiedenen Zeitzonen und das unterschiedliche Klima sind irgendwann ein Gift für den Körper“, so der Teamchef, der in den vergangenen Tagen mehr auf Regeneration und Schonung als auf Training setzte. Spanien weiß, dass es frisch für Österreich sein muss.
Source:: Kurier.at – Sport



