Ukraine-Krieg: Selenskij warnt vor Großangriff

Politik

Russland will nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij in der Nacht auf Donnerstag einen neuen massiven Angriff auf die Ukraine ausführen. Das sagte Selenskij bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Dublin am Rande der Zeremonie zur Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Irland. Alle ein bis zwei Wochen führe Russland massive Angriffe mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen verschiedener Art aus, so der ukrainische Staatschef.

„Heute gibt es die unangenehme Information über die nächste Vorbereitung eines solchen massiven russischen Angriffs“, sagte Selenskij. Daher werde er direkt nach der Pressekonferenz rasch in die Ukraine zurückkehren. Die Menschen in seinem Land rief er auf, Alarmsignale zu beachten und Schutzräume aufzusuchen.

Tags zuvor hatten bereits der Bürgermeister der westukrainischen Großstadt Iwano-Frankiwsk, Ruslan Marzinkiw, und der Gouverneur des südukrainischen Gebiets Cherson, Olexander Prokudin, die Bevölkerung vor einem möglichen größeren russischen Angriff für die Nacht zum Mittwoch gewarnt.

Selenskij wirft europäischen Firmen Arbeit für Russland vor

Selenskij übte in Dublin auch scharfe Kritik an den Geschäftsmöglichkeiten russischer Oligarchen in Europa. Es gebe Firmen in europäischen Ländern, „deren einziger Zweck es ist, für Russland zu arbeiten“. Diese seien im Besitz oder praktisch unter der Kontrolle sanktionierter russischer Oligarchen. „Sie versorgen den Aggressor weiterhin mit essenziellen Materialien, sogar jetzt“, so Selenskij weiter.

In Irland hatte zuletzt der Export von Aluminiumoxid nach Russland für Debatten gesorgt. Das Rohmaterial dient zur Herstellung von Aluminium, ist aber auch für die Rüstungsproduktion von großer Bedeutung. Ein Werk in der irischen Grafschaft Limerick war deswegen in die Schlagzeilen geraten. Der irische Regierungschef Micheál Martin betonte, sein Land wolle „nicht in einer Position sein, in der Material aus einer Fabrik in Irland die russische Kriegsmaschinerie unterstützt.“

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Selenskij rief die EU zudem dazu auf, die Sanktionen gegen Russland zu erweitern und ein noch entschlosseneres Vorgehen gegenüber Wladimir Putin zu zeigen. „Putin will den Krieg fortsetzen. Deshalb muss er mit Bedingungen konfrontiert werden, die es ihm unmöglich machen, diesen Krieg weiterzuführen.“

Kein Kommentar zu Nord-Stream-Anklage

Die Anklageerhebung gegen einen mutmaßlichen Drahtzieher der Nord-Stream-Anschläge in Deutschland wollte Selenskij vorerst nicht kommentieren. Er kenne noch nicht alle Details. „Wenn wir mehr Details erhalten, dann können wir sicherlich reagieren. Derzeit ist es noch zu früh, etwas dazu zu sagen.“

Zuvor war bekanntgeworden, dass im Fall der Anschläge auf die Nord-Stream-Gaspipelines im Jahr 2022 erstmals Anklage gegen einen mutmaßlichen Beteiligten erhoben wurde. Die Bundesanwaltschaft wirft einem Ukrainer unter anderem das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und die Zerstörung von Bauwerken vor. Das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden. Brisant ist der Fall, weil die Ukraine bisher jegliche Verantwortung für die Nord-Stream-Anschläge zurückgewiesen hat.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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