Warum österreichische Brauereien verstärkt auf Leichtbier setzen

Wirtschaft

Die Amerikaner lieben es, hierzulande war es lange verpönt: Leichtbier. In den USA boomt etwa das bei der heurigen Fußball-Weltmeisterschaft omnipräsente „Michelob“ von Anheuser-Busch. Auch ein anderes bekanntes Produkt des Braukonzerns, „Bud Light“, ist trotz Umsatzrückgängen nach Kontroversen eine feste Größe am US-Biermarkt. Die leichten Biere werden mit ihrem geringen Alkohol- und Kaloriengehalt beworben – Verkaufsargumente, die in Zeiten eines hohen Gesundheits- und Körperbewusstseins zu wirken scheinen.

In Österreich gab es bisher kaum Leichtbiere. Das ändert sich nun. Mehrere Brauereien brachten zuletzt Biere mit weniger Alkohol auf den Markt: Die Kärntner Brauerei Hirt verspricht etwa mit ihrem Bier „Hello“ mit 3,8 Prozent Alkohol bewussten Genuss, „ohne auf den Charakter eines vollwertigen Hellen zu verzichten“. Die Salzburger Privatbrauerei Stiegl will mit dem „Stiegl Leicht“ (3,5 Prozent Alkohol) „eine zusätzliche Wahlmöglichkeit zwischen klassischem Bier und alkoholfreier Alternative“ bieten. Auch das „Ottakringer 2,9“ soll ein Begleiter sein „für alle, die noch etwas vorhaben“, heißt es.

In Österreich entwickelt sich die Bierkultur nur langsam weiter

Die Leichtbiere sollen ab sofort und exklusiv bei den Rewe-Supermärkten Billa und Billa Plus erhältlich sein. Ob sie sich gut verkaufen, werde man „noch gemeinsam herausfinden“, sagt Martin Eicher, Prokurist bei der Ottakringer Brauerei, dem KURIER. „Österreich ist ein langsamer Biermarkt. Andere Länder sind da schon weiter“, so Eicher. „Aber wir denken, dass jetzt die Zeit reif ist, für leichten Biergenuss, der trotzdem ohne Limo auskommt.“ Die Wiener Brauerei hatte bereits in den vergangenen Jahren ein alkoholarmes „Sommerlager“ für Großveranstaltungen im Programm.

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Nun geht es für das Leichtbier in den Supermarkt. „Es ist für uns immer eine Hürde, ein neues Produkt in den Lebensmitteleinzelhandel zu bringen. Aber es war natürlich eine Erleichterung, dass das Leichtbier von Billa explizit nachgefragt wurde“, erzählt Eicher. Er begrüße die Initiative der Händler.

Bei Rewe wiederum glaubt man an das leichte Bier. Man wolle eine eigene Kategorie „Leichte Biere“ schaffen und gleichzeitig „einen internationalen Konsumtrend ins heimische Bierregal“ holen. „Unser Ziel ist es, Innovationen direkt erlebbar zu machen – mit vollem Geschmack und weniger Alkohol“, sagt Kai Pataky, Billa-Vorstand für den Vertrieb. Und bei den drei genannten Bieren solle es nicht bleiben. Weitere neue Leichtbiere seien bereits in Entwicklung und sollen das Sortiment „zeitnah ergänzen“, heißt es.

Bierkonsum brach in den vergangenen Jahren ein

Dass die heimischen Bierproduzenten auf neue Produkte setzen, kommt nicht von ungefähr. Damit reagieren die Brauer auf einen rückläufigen Konsum, der bereits seit Jahren anhält. Und dieser wirkt sich auch auf den Bierausstoß aus: 2025 produzierten die österreichischen Brauereien um rund sieben Prozent weniger Bier als noch im Jahr zuvor. „Offensichtlich gibt es immer weniger Menschen, die klassisches Bier trinken“, sagt Florian Berger, Geschäftsführer des Brauereiverbands, dem KURIER. Mit neuen Produkten wolle die Branche „mittelfristig die Bierkategorie insgesamt neu denken“ und Lösungen finden für das, „was Konsumenten heute suchen“.

Eine Amerikanisierung der heimischen Bierkultur fürchtet Berger nicht. „Unsere Brauereien sind emanzipiert genug, um selbst neue Ideen umzusetzen.“ Dass Leichtbiere (laut Gesetz bis 3,7 Prozent Alkohol) und alkoholfreie Biere boomen, zeigen auch die Zahlen. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Anteil am Gesamtausstoß bei 4,5 Prozent. Und dieser Anteil …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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