Beschuss von Tankern im Roten Meer: Was die Nadelstiche im zweiten Nadelöhr bedeuten

Politik

Die mit dem Iran verbündete Houthi-Miliz im Jemen, die die westliche Küste am Roten Meer kontrolliert, hat am Montag saudischen Tankern die Durchfahrt durch Bab al-Mandab verboten. Das Fahrverbot der Houthis kam rund eine Woche nach einer neuerlichen Konfrontation mit Saudi-Arabien, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt.

Die 27 Kilometer breite Meerenge Bab al-Mandab („Tor der Tränen“) hat für die Houthis großes Erpressungspotenzial. Gelegen zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden bildet die Meerenge zusammen mit der Straße von Hormus, die der Iran blockiert, das zweite Nadelöhr für den globalen Ölhandel. Mit ihrem Fahrverbot für saudische Schiffe erhöhen die Houthis den Druck auf die internationalen Ölmärkte und damit indirekt auf US-Präsident Donald Trump im Iran-Krieg.

Zunächst blieb es bei der Houthi-Drohung, keine saudischen Tanker passieren zu lassen. Am Donnerstag wurden schließlich die ersten beiden Tanker beschossen. Auf den Schiffen brach Feuer aus, zehn weitere Schiffe wurden zur Umkehr gezwungen.

Die Folge war erwartet worden. Der Brent-Preis übersprang am Donnerstag wieder die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar je Fass. Das Rohöl verteuerte sich im Handelsverlauf um 6,4 Prozent auf 100,08 Dollar. Die Frage ist nun, ob es bei den Nadelstichen der Houthis bleibt oder ob der Schiffverkehr bei Bab al-Mandab gänzlich zum Erliegen kommt.

Wegen der Blockade der Straße von Hormus im Iran-Krieg exportiert Saudi-Arabien einen großen Teil seines Öls über eine Pipeline von den riesigen Ölfeldern im Osten zum Hafen Yanbu am Roten Meer im Westen der arabischen Halbinsel. Von dort fahren die Tanker mit ihrer Fracht durch Bab al-Mandab Richtung Asien.

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Saudi-Arabien zählt neben den USA und Russland zu den größten Erdölproduzenten weltweit. Bab al-Mandab ist für die Saudis im Iran-Krieg zur entscheidenden Alternative zur Straße von Hormus geworden.

Wie ernst es in der Meerenge wirklich wird, dürfte sich bald herausstellen. Wie Reuters berichtet, versuchten am Donnerstag zwei chinesische Supertanker mit einer Gesamtladung von vier Millionen Barrel Saudi-Öl das Rote Meer über Bab al-Mandab zu verlassen. Ob die Tanker unbehelligt passieren können, gilt als Signal für die gesamte Schifffahrt. Einem chinesischen Öltanker sei die Durchfahrt später genehmigt worden, berichtete das Fachmedium Lloyd’s List.

US-Außenminister Marco Rubio sagt, die Houthis seien vom Iran „in diese Situation hineingezogen worden“. Er äußerte die Hoffnung, dass sich die Lage bald entschärfen werde.

Nach den Angriffen der Huthi-Miliz hat US-Präsident Donald Trump dem Iran im Falle einer erneuten Attacke mit Vergeltung gedroht. „Sollten sie dies erneut tun, werden die USA den Iran zur Rechenschaft ziehen, da die Huthi als Stellvertreter des Iran agieren“, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. 

Er kündigte „schwere militärische Strafen gegen den Iran und natürlich auch gegen die Huthi selbst“ an. Zugleich zeigte sich Trump von der Miliz enttäuscht, die sich zuletzt „sehr verantwortungsbewusst“ verhalten habe.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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