Warum die Ukraine den Online-Händler Wildberries erneut angreift

Politik

Das ukrainische Militär attackierte in der Nacht erneut den russischen Online-Händler Wildberries. Durch Drohnenbeschuss wurde ein großes Lager des Unternehmens in der russischen Region Pensa in Brand gesetzt, wie der Gouverneur der Region, Oleg Melnitschenko, nach Angaben der staatlichen Agentur TASS mitteilte. Dabei habe es mindestens einen Verletzten gegeben. Rund 200 Mitarbeiter seien evakuiert worden. Auch in einem Logistikzentrum in Sarapul in der russischen Oblast Udmurtien sei ein Feuer ausgebrochen.

Seit diesem Monat attackiert die Ukraine immer wieder Logistikzentren des größten russischen Versandhauses. Die symbolträchtigen und weithin sichtbaren Angriffe auf Wildberries verursachen große Schäden. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij wirft der Firma vor, mit Material zu handeln, das für den 2022 begonnenen Angriffskrieg gegen sein Land verwendet werde. Der Kreml weist das kategorisch zurück.

Selenskij  will auch russische Mittelschicht treffen

Ein Ziel der ukrainischen Führung scheint aber auch zu sein, Unruhe in der Mittelschicht russischer Städte zu schüren, die gern online einkauft. Infolge der Angriffe und dadurch gestörten Lieferketten bekommt sie die Kriegsfolgen nun stärker zu spüren als zuvor.

Ukraine: Mindestens acht Tote nach russischer Angriffswelle

Die Ukraine ist indes in der Nacht auf Donnerstag wieder zur Zielscheibe einer massiven Angriffswelle des russischen Militärs geworden. Städte bis im weit von der Grenze entfernten Westen des Landes seien mit Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern sowie Hunderten Drohnen attackiert worden, berichteten ukrainische Medien. Es gebe mindestens acht Tote und mehr als 30 Verletzte. Umgekehrt nimmt das ukrainische Militär auch Ziele in Russland ins Visier.

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Das Ausmaß der Schäden wurde erst bei Tagesanbruch langsam klar. In einem Vorort der südlichen Stadt Krywyj Rih wurde nach Berichten des Kyiv Independent und der Nachrichtenagentur Ukrinform das Wohnhaus einer Großfamilie von einer Rakete getroffen. Allein dort habe es sechs Tote gegeben, darunter zwei Kinder im Alter von fünf und zwölf Jahren, sowie acht Verletzte.

Aus der Hauptstadt Kiew und dem Gebiet Poltawa wurden zwei weitere Todesopfer gemeldet. In Lwiw gebe es fünf Verletzte, hieß es unter Verweis auf Behördenangaben. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Selenskij hatte vor Angriffen gewarnt

In zwei großen Wohnblöcken in Lwiw nahe der polnischen Grenze seien nach Raketentreffern Brände ausgebrochen, hieß es in den Berichten. Auch in Kiew seien mehrere Gebäude getroffen worden, allerdings wohl von herabstürzenden Trümmern. Reporter sprachen von mehreren Explosionswellen im Laufe der Nacht.

Überraschend kam der Angriff nicht: Präsident Selenskij hatte am Mittwoch vor einem unmittelbar bevorstehenden schweren Angriff Russlands aus der Luft gewarnt. Erst vor wenigen Tagen hätten die Angreifer die Ukraine attackiert „und die Wahrscheinlichkeit ist hoch“, dass ein solcher Schlag auch heute Nacht ausgeführt werde, schrieb Selenskij in sozialen Netzwerken. Er berief sich dabei auf einen Lagebericht des ukrainischen Luftwaffenchefs.

Die ukrainischen Streitkräfte beklagen, dass ihnen Flugabwehrraketen fehlten, um feindliche Geschosse vom Himmel holen zu können – insbesondere ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzuwehren sind. In seiner Warnung rief Selenskyj die westlichen Partner daher erneut dazu auf, der Ukraine zu helfen. Das betreffe speziell die USA und andere Länder, die über moderne Patriot-Systeme verfügten.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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