Anpfiff in der größten Hitze: Sind Frauen resistenter als Herren?

Sport

20:5! Mit dieser beeindruckenden Torbilanz gelangen dank Sturm, Rapid und Austria (gegen zugegeben nicht sehr prominente Klubs) in der Europacup-Qualifikation in den ersten sechs Spielen erstmals sechs österreichische Siege. Ehe die nächste Premiere wartete: Der heißeste Start in der 53-jährigen Bundesliga-Geschichte.

Auffallend: Im Vergleich zu den Männern werden am ersten August-Wochenende alle Frauen-Spiele (darunter auch das allererste Erstliga-Spiel der Rapid-Frauen gegen Vienna auf der Hohen Warte) zu früheren, temperaturmäßig unangenehmeren Uhrzeiten angepfiffen. Womit sich die Frage aufdrängt: Sind Frauen hitzeresistenter als die Herren-Stars?

Professor Jürgen Scharhag verneint. Es gebe diesbezüglich keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.

Der deutsche Kardiologe ist seit 2019 an der Uni Wien Leiter der Sportmedizin. Er war auch deutscher Olympiaarzt und (in besseren deutschen Fußballzeiten) geschätztes Mitglied des DFB-Ärzteteams.

Regeln für Sport bei Hitze

In seinem (klimamäßig) verflixten siebenten Wiener Jahr übermittelte er schon während der ersten Hitzewelle dem Sportministerium einen Verhaltenskontext bei extremen Temperaturen, der bei dessen Befolgen nicht zuletzt im Amateurbereich und speziell auch überehrgeizige Sportler und Seniorenkicker vor folgenschweren Problemen bewahren soll. Professor Scharhag rät,

… intensiven Sport ab 30 im Freien und unklimatisierten Räumen zu vermeiden oder ihn vor 8 und nach 20 Uhr zu betreiben;

… die Warnzeichen für ein Überschreiten der Hitzetoleranz des Körpers wie Schwindel, Übelkeit, Kopfweh, Krämpfe ja sogar Kältegefühl trotz Hitze ernst zu nehmen;

… ausreichend Trinkpausen (mit Elektrolytgetränken bzw. Mineralwasser im Verhältnis 1/3 Saft zu 2/3 Mineralwasser) zu machen – so wie das bei der WM per Hydration Break(wenn auch in erster Linie zum Einspielen von TV-Werbung) praktiziert wurde.

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Trinken, Trinken! Mitte des letzten Jahrhunderts war das Gegenteil modern. Da lautete, so Professor Scharhag, bei der Tour de France das Motto „Trocken fahren“. Im Fußball, erzählten die späteren Teamchefs Alfred Riedl und Pepi Hickersberger, sei ihnen im Austria-Sommertrainingslager, weil der legendäre Ernst Ocwirk diese Weisheit von seiner Italienzeit mitgebracht hatte, abends ein einziges Glas Wasser erlaubt gewesen. Aus heutiger Sicht Harakiri mit Anlauf.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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