Deutscher Buchpreis: Elias Hirschl einziger Österreicher auf Longlist

Kultur

Das wird kein Österreicher-Jahr: Mit Elias Hirschl und seinem Roman „Schleifen“ ist ein einziger österreichischer Titel für den Deutschen Buchpreis 2026 nominiert. Der Wiener steht auf der 20 Titel umfassenden Longlist der Ehrung, die am Dienstag bekanntgeben wurde. Seit 2020, als es kein einziger Österreicher auf die Longlist schaffte, waren jeweils mindestens drei rot-weiß-rote Autorinnen oder Autoren nominiert.

Auf die erste Auswahlliste geschafft haben es u.a. auch Helene Bukowski mit „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ (Claassen), Franziska Gänsler mit „Orca“ (Kein&Aber), Ingo Schulze mit „Das Wasser im August“ (S. Fischer), Heinz Strunk mit „Memories of Heidelberg“ (Rowohlt), Tomer Gardi mit „Liefern“ (Tropen) oder Miriam Carbe mit „Unerwünschte Töchter“ (Hanser). Im Wiener Luftschacht Verlag erscheint Anfang September der ebenfalls nominierte Roman „Aus anderem Holz“ von Giuliano Musio, in dem der in Bern lebende Autor schweizerisch-italienischer Herkunft den Pinocchio-Stoff neu interpretiert.

Sprachwissenschaftlicher Schelmenroman im Buchpreis-Rennen

„Schleifen“, im Jänner im Zsolnay Verlag erschienen, ist unterhaltsame Wissenschaftssatire und grundlegende Hinterfragung des Verhältnisses von Welt und Sprache in einem. In dem sprachwissenschaftlichen Schelmenroman, der den Lesern alles abverlangt und in dem Hirschl auch Ludwig Wittgenstein und Kurt Gödel auftreten lässt, geht es um Welt und Wahrnehmung, Dichtung und Wahrheit. Erst im Juni wurde dem 1994 geborenen Autor, Musiker und Slam Poeten für sein literarisches Gesamtwerk der Düsseldorfer Literaturpreis zuerkannt.

Insgesamt hatten heuer 106 deutschsprachige Verlage 180 Romane eingereicht. „Das Vergangene ergründen, um Gegenwart zu verstehen – das findet sich in unserer Auswahl der Romane des Jahres 2026 auf ganz unterschiedliche Weisen“, hieß es in einem Statement von Jurysprecherin Cornelia Geißler („Berliner Zeitung“). „Wir sind sehr angetan davon, wie markant und erhellend biografische Mehrsprachigkeit in literarischen Reichtum mündet. Stilbewusst, innovativ, durchaus auch mit Witz zeigen die Autorinnen und Autoren die Verletztheit ihrer Figuren, begleiten Aufbrüche in eine andere Zukunft. Wie soll man sich zurechtfinden in einer Welt, in der Verunsicherung um sich greift? Wir sind überzeugt: Lesen hilft. Dies sind die Bücher dafür.“

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Siegerkür am 5. Oktober

Am 8. September wird dann die sechs Titel umfassende Shortlist bekannt gegeben. Der Siegertitel wird schließlich am 5. Oktober verkündet – traditionell kurz vor der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse. Der Deutsche Buchpreis ist mit insgesamt 37.500 Euro dotiert: Der Sieger oder die Siegerin erhält 25.000 Euro, die übrigen Kandidatinnen und Kandidaten der Shortlist jeweils 2.500 Euro. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an die Schweizerin Dorothee Elmiger für ihren Roman „Die Holländerinnen“.

Auf die anderen Großpreise des deutschen Kulturraums müssen die Literatinnen und Literaten indes noch etwas warten. Die Longlist zum Österreichischen Buchpreis wird am 9. September veröffentlicht, die Shortlist am 14. Oktober, bevor dann am 23. November die Verleihung der mit insgesamt 45.000 Euro dotierten Auszeichnung folgt. Und beim Schweizer Buchpreis ist die Nominierungsbekanntgabe für den 10. September angesetzt, bevor die Preisverleihung am 15. November erfolgt. Die Gesamtdotierung beträgt hier 42.000 Franken (44.968 Euro). 

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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